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Brillenverkauf: Fielmann setzt auf das Filialgeschäft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Optikerkette plant eine massive Expansion während der nächsten Jahre und will seinen Aktienkurs aufpolieren

Die Optik-Kette Fielmann hat ihren Marktanteil in Deutschland weiter ausgebaut – doch dem Online-Geschäft steht Firmenchef Günther Fielmann auch weiterhin kritisch gegenüber. „Wenn ich eine optimal eingestellte und gut sitzende Brille verkaufen will, dann kann ich das nur im Kontakt mit dem Kunden“, erklärte der Firmenchef in Hamburg. Über das Internet ließen sich wichtige Informationen nicht messen; die Folgen beim Kunden seien schlecht sitzende Brillen oder im Extremfall Doppelsehen und Kopfschmerzen.

Die Kunden sehen das bisher ähnlich; im Gegensatz zu anderen Handelsbranchen bewegen sich die Online-Marktanteile bei Optikern im niedrigen einstelligen Bereich. Online-Anbieter wie „Mister Spex“ betonen jedoch, dass das Wachstum zunehme. So hat der Online-Optiker im Jahr 2013 nach eigenen Angaben seinen Umsatz um 80 Prozent gesteigert und zähle inzwischen europaweit eine Million Kunden.

Tatsächlich verschließt sich aber auch Fielmann nicht dem Online-Geschäft; zumindest nicht dort, wo es im Zweifelsfall auch ohne die Anprobe im Geschäft funktioniert. Über die Tochterfirma Fielmann-Ventures wird so unter anderem der Verkauf von Kontaktlinsen und der Einsatz entsprechender Apps getestet.

Für das Unternehmen insgesamt setzt Fielmann zunächst jedoch vor allem auf eine weitere Expansion seines Filialnetzes, vor allem in Nordrhein-Westfalen und den südlichen Bundesländern. „Es gibt immer noch unterversorgte Gebiete“, sagte er. Mittelfristig seien 700 Niederlassungen in Deutschland geplant sowie 45 in der Schweiz und 40 in Österreich. Gegenwärtig unterhält Fielmann bereits 580 Geschäfte.

Die Bilanz von Deutschlands größter Optikerkette bleibt positiv. Im ersten Quartal seien die Erwartungen des Unternehmens übertroffen worden, sagte Fielmann. Wegen des frühlingshaften Wetters sei allein der Absatz von Sonnenbrillen um 30 Prozent gestiegen. Insgesamt verkaufte Fielmann in den ersten drei Monaten 1,85 (Vorjahreszeitraum: 1,69) Millionen Brillen, erreichte dabei einen Konzernumsatz von 306 (278) Millionen Euro und einen Überschuss von 41,8 (33,6) Millionen Euro. Im Gesamtjahr gehen bei Fielmann durchschnittlich mehr als sechs Millionen Brillen über die Ladentheke. Das ist jede zweite Brille in Deutschland.

Ob Fielmann selbst, der in wenigen Monaten 75 Jahre alt wird, auch nach Umsetzung der neuerlichen Expansionsstrategie an der Spitze des Unternehmens stehen wird, ließ er offen. Seit drei Jahren ist sein Sohn Marc im Unternehmen und mit verschiedenen Aufgaben betraut. Der Mittzwanziger läuft sich warm für die Nachfolge. Die Familie Fielmann hält direkt und indirekt die Mehrheit an dem Unternehmen; der Streubesitz beträgt rund 29 Prozent. Um für die Aktionäre attraktiver zu werden, plant Fielmann einen Aktiensplit. Für eine Aktie sollen die Anteilseigner zwei bekommen. Gleichzeitig kündigte der Konzern eine höhere Dividende von 2,90 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr an, nach 2,70 Euro im Vorjahr. 2013 steigerte das Unternehmen den Umsatz um 4,5 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Der Überschuss verbesserte sich um 9,5 Prozent auf 142 Millionen Euro.

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