Wirtschaftsminister : Bernd Buchholz: Tourismusbranche in SH muss trotz Rekordmarken besser werden

Bernd Buchholz (FDP), Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein steht im Landtag.  /Archiv
Bernd Buchholz (FDP), Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein steht im Landtag.  /Archiv

Der SH-Tourismus boomt. Doch Bernd Buchholz mahnt erneut zu Fortschritten bei Qualität und Barrierefreiheit.

shz.de von
18. Juni 2018, 19:26 Uhr

Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) hat an die Unternehmen der Tourismusbranche appelliert, sich nach dem Knacken von Rekordmarken nicht auf den erzielten Erfolgen auszuruhen. „Auch wenn wir stolz auf diese Zahlen sind, müssen wir schon jetzt die Herausforderung von morgen angehen“, mahnte der Minister am Montag in Kiel. „Jetzt ist die Zeit für Investitionen in die Modernisierung und Qualitätsverbesserung.“

Die Stärkung des Binnenlandtourismus, des Radtourismus und den Ausbau der Angebote für barrierefreies Reisen sieht der Minister als weitere Aufgaben. Für das Landesmarketing sollen schrittweise jedes Jahr mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um den Norden bekannter zu machen. Die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, betonte zudem, dass neue Trends aufgegriffen werden müssten. Nur so könne der Schleswig-Holstein-Tourismus als Leitökonomie des Landes nachhaltig erfolgreich bleiben. Akute Handlungsfelder sieht Bunge im Auslands-, Kongress- und Digitalmarketing.

Steigerungsbedarf liege bei den gewerblichen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Potenzial sieht die TA.SH-Chefin in Skandinavien insgesamt, in den deutschsprachigen Ländern und weiteren Nachbarländern. Auch auf das immer digitaler werdende Informations- und Buchungsverhalten der Reisenden müsse die Branche reagieren. Die TA.SH bereite daher unter anderem ihr Informationsangebot so auf, dass es von künstlicher Intelligenz verarbeitet werden kann.

Große Chancen sieht Bunge auch beim Thema Geschäftsreisetourismus: Nur fünf Prozent der Gäste gaben im Jahr 2016 an, geschäftlich im nördlichsten Bundesland unterwegs zu sein. Vergleichbare Flächenländer wie Brandenburg und Niedersachsen erzielen hier deutlich höhere Werte. „Wir müssen dringend bekannter werden, denn Übernachtungen durch Kongress- und Tagungsgäste kommen anlassbezogen über das ganze Jahr, und wir haben im Land viel zu bieten“, sagte Bunge.

Der Schleswig-Holstein-Tourismus entwickelt sich seit einigen Jahren positiv. 29,9 Millionen Übernachtungen zählte die Branche im Jahr 2017. „Mit diesem positiven Ergebnis stehen wir kurz davor, unser in der Tourismusstrategie 2025 verankertes Ziel von 30 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu erreichen“, sagte Buchholz. Ein anderes Strategieziel wurde bereits erreicht: Der Bruttoumsatz des Schleswig-Holstein-Tourismus stieg im Jahr 2017 auf rund 9,5 Milliarden Euro. Ziel war es, bis 2025 den Bruttoumsatz um 30 Prozent auf 9 Milliarden Euro zu steigern. Das Basisjahr war 2012 mit 6,9 Milliarden Euro Umsatz.

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