Weniger Förderung : Berlin macht Druck auf Windbranche

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will die Einspeisevergütung für die Betreiber wieder um jährlich zwei statt zuletzt ein Prozent kürzen. Foto: dpa
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will die Einspeisevergütung für die Betreiber wieder um jährlich zwei statt zuletzt ein Prozent kürzen. Foto: dpa

Bundesumweltminister Röttgen plant eine Kürzung der Förderung für Onshore-Windparks - und sorgt damit für Aufruhr.

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07. Mai 2011, 09:06 Uhr

Neumünster/Berlin | Als "Schlag ins Gesicht" hat der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, die Ankündigung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bezeichnet, die Förderung für Windräder an Land zu senken. Röttgen will die Einspeisevergütung für die Betreiber wieder um jährlich zwei statt zuletzt ein Prozent kürzen. Die Vergütung von Strom aus Windparks im Meer soll dagegen nach den Berliner Plänen erhöht werden.
Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) distanzierte sich am Donnerstag auf einem Kongress in Neumünster über die Zukunft erneuerbarer Energien und den Netzausbau von Röttgen. "Ich sehe keine Veranlassung, die Einspeisevergütung zu senken", sagte er. Es sei fraglich, ob sich weiterhin genügend investitionsbereite Betriebe fänden, sollte die Förderung geringer ausfallen. Hermann Albers pflichtete ihm bei. Man könne nicht von der Windenergiebranche verlangen, dass sie schnell große Mengen an Strom liefere, um den Atomausstieg zu erleichtern, zugleich aber Druck auf die Anlagenbetreiber ausüben, sagte der Verbandschef aus Husum.
Nach den Plänen Röttgens soll die Milliarden-Förderung der erneuerbaren Energien massiv umgebaut werden. Ziel ist es, den Ausbau des Ökostromanteils an der Stromversorgung von heute 17 auf knapp 40 Prozent in zehn Jahren auszubauen. Dafür soll Strom aus Wind, Sonne und Biogas stärker eingespeist werden, wenn die Nachfrage groß ist. Die Anfangsvergütung für neue Windparks auf hoher See (Offshore) soll von 13 auf 15 Cent je Kilowattstunde steigen. "Die Windenergie auf See ist von zentraler Bedeutung, um die Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen." Damit die Windparks schneller profitabel werden, wird Investoren angeboten, für acht Jahre eine erhöhte Vergütung einzustreichen. Bei Windrädern an Land soll dagegen der Druck zu Kostensenkungen erhöht, Genehmigungsverfahren sowie Flächen- und Höhenbegrenzungen sollen zusammen mit dem Ländern vereinfacht werden. Bei Solaranlagen auf dem Dach bleibt es bei den bereits bekannten Kürzungen.
"Sollte das so kommen, wäre die Erneuerbare-Energiepolitik der Bundesregierung eine Farce", sagte Verbandschef Hermann Albers.
(ri, bg, shz)

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