Müll durch Wegwerfbecher : Becherpfand in SH – Robert Habeck plant „Becher-to-bring“-System

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck gibt in einer Bäckerei in Kiel seinen wiederverwendbaren Kaffeebecher zum Befüllen.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck gibt in einer Bäckerei in Kiel seinen wiederverwendbaren Kaffeebecher zum Befüllen.

Etwa 40.000 Tonnen Müll werden allein durch die „To-Go“-Becher produziert. Zeit für Mehrwegbecher, sagt Robert Habeck.

shz.de von
29. März 2017, 11:43 Uhr

Kiel | Um Müll durch Wegwerfbecher einzudämmen hat Landesumweltminister Robert Habeck (Grüne) ein Konzept für ein Mehrwegsystem in Bäckereien vorgelegt. „Der massenhafte Verbrauch (...) ist zu einem relevanten Umweltproblem geworden“, sagte Habeck am Mittwoch bei einem Gespräch in einer Kieler Bäckerei. Es gebe viele Menschen und Betriebe, die daher nach Alternativen suchten. Die nun vorgestellte Handlungsempfehlung soll Bäckereien helfen, hygienische „Becher-to-bring“-Systeme zu etablieren.

Das Konzept geht zurück auf die Initiative der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord. Die Betriebe waren damals unsicher, wie solch ein System funktionieren - und die Hygienevorschriften eingehalten werden könnten. „Die Handlungsempfehlungen sind eine notwendige Grundlage“, sagte Maren Andresen, Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks. Ähnliche Konzepte gibt es bereits in anderen Bundesländern und Städten wie Freiburg im Breisgau.

Das Ministerium empfiehlt, darauf zu achten, dass nur saubere, geeignete Behältnisse mit glatten, leicht zu reinigenden Oberflächen genutzt werden. Kunden müssten informiert, Mitarbeiter geschult werden. Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe zufolge werden bundesweit 2,8 Milliarden „To-Go“-Becher pro Jahr verbraucht. Das entspricht etwa 40.000 Tonnen Müll.

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