Importstopp : Bauern in SH starten mit Sorgen ins Jahr 2015

Russland lässt keine EU-Agrarprodukte in sein Land. Deswegen bleiben in Schleswig-Holstein Äpfel an den Bäumen.

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30. Dezember 2014, 16:43 Uhr

Berlin/Rendsburg | Schleswig-Holsteins Bauern gehen wegen des russischen Importstopps für EU-Agrarprodukte mit Sorge ins neue Jahr. Bei manchen Produkten sei das Angebot schon seit Herbst größer als der Verbrauch, teilte der Bauernverband in Berlin mit.

Vor allem bei Kohl drohten bald übermäßige Mengen auf den Markt zu kommen. „Wir haben 2014 gute Erträge eingefahren, die Lager sind gut gefüllt, aber der Absatz ist nicht gut genug“, sagte Christian Ufen vom Gemüseanbauerverband Dithmarschen.

In der Region liegt das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas: „Die Preise sind am Boden, Geld verdienen können wir zurzeit nicht. Insofern sind die kurz- und mittelfristigen Aussichten für 2015 nicht so angenehm.“

„Auf den anderen Märkten wird es auch immer enger “, ergänzte Klaus Dahmke vom Bauernverband Schleswig-Holstein. „Landwirte in anderen Ländern, die zuvor vornehmlich den russischen Markt belieferten, drängen nach dem Importstopp mit ihren Produkten auf den deutschen Markt“, erklärte Dahmke: Einige Apfel-Bauern hätten im Herbst sogar auf die Ernte verzichtet: „Es lohnte sich für sie nicht, die Äpfel von den Bäumen zu holen.“ Sollte das Embargo länger dauern als bis Mitte 2015, wenn die Lagersaison endet, seien die Aussichten besorgniserregend, hieß es aus Berlin.

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