Marschbahn : Bahn plant 160 Millionen Euro für Sanierung der Sylt-Strecke ein

Auf der Marschbahn kommt es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen.  Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv
Auf der Marschbahn kommt es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv

Die Bahn erhöht das geplante Investitionsvolumen um mehr als 100 Millionen Euro.

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12. Juli 2018, 16:29 Uhr

Sylt | Wegen der Dauerprobleme auf der Sylt-Strecke will die Deutsche Bahn 160 Millionen Euro in die Modernisierung der sogenannten Marschbahn investieren. „Damit ermöglichen wir einen stabilen Zugverkehr für Inselbewohner, Pendler und Touristen“, sagte der Vorstand Produktion der DB Netz AG, Volker Hentschel, am Donnerstag bei der Vorstellung der Sanierungspläne in Kiel. Die Bahn erhöhe das ursprünglich geplante Investitionsvolumen von 53 Millionen Euro um mehr als 100 Millionen Euro.

Bis 2022 will die Bahn für 140 Millionen Euro rund 200 Kilometer Gleise und mehr als 30 Weichen auf der Strecke Hamburg-Sylt erneuern lassen. Weitere 20 Millionen Euro investiert das Unternehmen in Bahnübergänge, Signaltechnik und Brücken. Insgesamt acht Bahnübergänge werden modernisiert. Zudem soll das elektronische Stellwerk Westerland bis 2025 für 41 Millionen Euro ausgebaut werden.

Bahnprobleme sorgen für wirtschaftlichen Schaden

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz begrüßte die Pläne. „Das ist ein ordentlicher Schluck aus der Pulle und ein gutes Signal für die Region“, sagte der FDP-Politiker. „Die Höhe der geplanten Investitionen zeigt aber auch, wie notwendig es ist, endlich Geld in die Sanierung der Marschbahnstrecke zu stecken.“ Buchholz hatte der Bahn Mitte Juni mit Vertragskündigungen gedroht, falls es die Probleme auf der Strecke Hamburg-Westerland nicht in den Griff bekommt.

Zwischen Niebüll und Westerland sei das Pünktlichkeitsniveau zeitweise auf unter 30 Prozent abgestürzt, während es auf der Gesamtstrecke 93 Prozent betragen habe.

Pendler sauer

Auf der Strecke der Marschbahn war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Problemen, Verspätungen und Zugausfällen gekommen. Für die Sylter – und vor allem die Sylt-Pendler – ein Ärgernis, das auch zu wirtschaftlichen Problemen führte.

Im Oktober hatten sich 500 Menschen aus Protest gegen die Probleme den Klanxbüller Bahnhof (Kreis Nordfriesland) versammelt, um den Bahnverkehr zwischen Klanxbüll und Westerland lahmzulegen. Der Veranstalter, die Facebook-Pendler-Initiative, sprach von 600 Teilnehmern. Sie blockierten einen Zug, der um 7.12 Uhr in den Bahnhof einfuhr. Dabei stand etwa die eine Hälfte der Demonstranten bei starkem Sprühregen auf dem Bahnsteig, die andere im Zug.

Als Hauptgrund für Zugverspätungen gilt die etwa 14 Kilometer lange eingleisige Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll. Zuletzt musste die Bahn monatlich Strafzahlungen leisten, da sie ihrem Auftrag des zuverlässigen Personenverkehrs nicht nachgekommen war. Die Probleme der Strecke hatten vielfältige Ursachen. Unter anderem waren mehrere Loks defekt und mussten eine sogenannte „Rollkur“ machen, aber auch auf der Gleisstrecke sind immer wieder Probleme aufgetreten. 

Das Video zeigt Reparaturarbeiten am Gleis.

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