Zahlreiche Baustellen : Bahn-Infrastruktur: Wo in SH investiert werden soll

Auch die Rendsburger Hochbrücke steht bei der Bahn auf dem Sanierungsprogramm.
Auch die Rendsburger Hochbrücke steht bei der Bahn auf dem Sanierungsprogramm.

34 Brücken auf 950 Kilometern Strecke sollen verbessert werden. shz.de zeigt, wo das Geld in SH ins Schienennetz fließt.

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09. Dezember 2014, 07:30 Uhr

Kiel/Berlin | Streik, Gerüchte zur Bahncard, der Konkurrenzdruck der Fernbuslinien – eine negative Schlagzeile folgte bei der Deutschen Bahn (DB) zuletzt auf die andere. Das soll sich ändern. Mit Investitionen in Höhe von 28 Milliarden Euro will der Konzern sich für die Zukunft rüsten. 11,4 Milliarden Euro bringt die Bahn dafür laut Konzernangaben aus Eigenmitteln auf, die übrigen 16,6 Milliarden kommen vom Eigentümer – dem Bund. Dieser stellt für die Instandhaltung jährlich auch rund eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung als bisher. Von dem Geld soll auch der Norden profitieren. Allein in Hamburg und Schleswig-Holstein fließen laut Planung in den kommenden vier Jahren knapp 1,1 Milliarden Euro in die Infrastruktur.

„Mit 28 Milliarden Euro starten wir das größte Modernisierungsprogramm, das es in der Infrastruktur der Bahn je gegeben hat“, hob Volker Kefer, DB-Vorstand für Infrastruktur und Dienstleistungen, am Montagabend hervor. Gerd Aschoff, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, zeigte sich zufrieden, dass der Investitionsstau bei der Bahn nun abgebaut werde.

Bundesweit sollen 17.000 Kilometer Schienen erneuert werden – das entspricht in etwa dem Hin- und Rückweg zwischen Kiel und Japans Hauptstadt Tokio. Allein im Norden werden in den kommenden Jahren 950 Kilometer Schiene betroffen sein – das sind immerhin noch 140 Kilometern mehr als die Entfernung zwischen Kiel und Paris.

Die ersten 200 Kilometer sowie 76 Weichen und eine Brücke sollen bereits im neuen Jahr mit 200 Millionen Euro wieder auf Vordermann gebracht werden. Gleiches gilt für 13 Bahnübergangssicherungsanlagen in Schleswig-Holstein – unter anderem zwischen Niebüll und Husum. Bis 2019 stehen insgesamt 34 Brücken im Norden auf dem Investitionsplan – rechnerisch jede Vierte der bundesweit 125 zu sanierenden Brücken; unter ihnen die Hochbrücke Rendsburg.

Daneben wird es Gleiserneuerungen zwischen Flensburg und Neumünster geben und auf der Verbindung Kiel-Lübeck ab 2016 die zweite Ausbaustufe realisiert werden. Das Ziel: Die Fahrzeit zwischen beiden Städten auf unter eine Stunde zu senken.

Für Bahnreisende hat das Mammut-Programm zwangsläufig einen Beigeschmack, denn sie werden sich wieder einmal in Geduld üben müssen. Allein 2015 wird bundesweit an 80 Streckenabschnitten gearbeitet werden – und sich die Fahrzeiten dadurch zum Teil deutlich verlängern. „Im Regelfall sind das zehn bis zwanzig Minuten“, sagte der Fahrplanmanager bei der Bahn-Netztochter, Jörg Sandvoß. Mitunter auch mehr.

Übersicht: Die Bahn-Pläne im Norden

Wie viel Geld bekommt der Norden?

Insgesamt sollen knapp 1,1 Milliarden Euro in das Schienennetz in Hamburg und Schleswig-Holstein investiert werden – 200 Millionen Euro davon allein im ersten Jahr.

Was soll gemacht werden?

Insgesamt sollen bis 2019 34 Brücken, 950 Kilometer Schiene und 330 Weichen saniert werden. 2015 sollen bereits 200 Kilometer Strecke überarbeitet werden.

Was sind die wichtigsten Maßnahmen in Schleswig-Holstein?
  • Der Ausbau der Strecke Kiel-Lübeck,
  • Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Neumünster und Flensburg,
  • die Erneuerung der Hochbrücke Rendsburg
  • sowie Erneuerungen an den Brücken Wasbeker Straße und Bahnhofstraße in Neumünster.
 
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