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Hormone in Schweinezucht : Arme Sau!

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hormone steuern das Leben der Masttiere. Doch statt die Bauern anzuprangern, sollte der Verbraucher lieber sein eigenes Verhalten überdenken. Ein Kommentar von Margret Kiosz.

Viel läuft nicht mehr natürlich ab, im Stall. Sogar den Termin zum Abferkeln steuern moderne Agrarfabriken – mit Pillen im Futter.

Überrascht? Seit Jahren wissen wir, dass in der Mast Hormone eingesetzt werden. Schließlich sollen die Putenschenkel möglichst dick und die Koteletts reichlich sein. Weisen Umweltschützer wie jetzt der BUND auf unerwünschte Nebenwirkungen hin, ist die Aufregung für einige Tage groß. Doch dann beruhigen sich alle wieder und es wird weiter gemampft. Masse zählt statt Klasse, billig statt günstig.

Verwundert über solche Gleichgültigkeit? Der Mensch greift seit Jahrzehnten an allen Ecken und Kanten in natürliche Prozesse ein. Längst sind es nicht nur Schweine, die aus Kostengründen nach Termin geboren werden. Auch die Geburt der Menschenkinder wird reguliert. Sonntags oder nachts ist ungünstig – da fallen teure Überstunden an. Jedes dritte Baby kommt per Kaiserschnitt zu Welt – gesellschaftlich ist das längst akzeptiert und zum bequemen Standard geworden. Genauso wie die Geburtenplanung insgesamt.

Erstaunlich ist allerdings, dass Umweltschützer mit Vorliebe unsere Landwirte an den Pranger stellen. Die Belastung der Abwässer mit nicht abgebauten Hormonbestandteilen der Anti-Baby-Pille wird nicht thematisiert – obwohl diese um ein Vielfaches höher ist als das, was die armen Säue uns bescheren. Doch die lassen sich offenbar leichter durchs Dorf treiben.

Die Masche von BUND & Co. ist so heuchlerisch wie durchsichtig. Man bestellt ein Gutachten an einer wenig renommierten Fachhochschule, erzeugt reichlich Panik möglichst zu einem günstigen Termin kurz vor der Grünen Woche in Berlin und hofft auf viel Aufmerksamkeit und Bauernschelte.

Doch diese Rechnung wird mittelfristig nicht mehr aufgehen. Wir alle sind gefordert darüber nachzudenken, wie weit wir Gottes Schöpfung manipulieren wollen – und wer die Folgen einst tragen soll.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 06:51 Uhr

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