Prognose für 2015 : Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein bleibt „robust“

Stabiler Arbeitsmarkt: In SH sinkt die Arbeitslosigkeit 2014 geringfügig, und auch im neuen Jahr dürfte sich der Trend fortsetzen. Die Arbeitsagentur will 2015 vor allem jungen Menschen ohne Abschluss helfen.

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16. Dezember 2014, 14:01 Uhr

Kiel | Nach einem „robusten“ Jahr 2014 wird sich der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein laut Arbeitsagentur auch im nächsten Jahr als stabil erweisen. „Wir blicken zuversichtlich auf 2015“, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann am Dienstag in Kiel. 2014 werde die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt voraussichtlich 101.000 betragen. Das seien rund 700 Arbeitslose weniger als im vergangenen Jahr. Die Quote sinke geringfügig von 6,9 Prozent auf 6,8 Prozent.

Auch im neuen Jahr werde es beim Abbau der Arbeitslosigkeit „keine großen Sprünge geben“, sagte Haupt-Koopmann. Es sei erneut mit einem Rückgang um 0,1 Prozent zu rechnen – bei einem angenommenen Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent im Norden. „Wir erwarten nicht, das die Zahl der Arbeitslosen unter 100.000 fällt.“

Als besonders positiv hob Haupt-Koopmann die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit seit 20 Jahren im November hervor. „Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat und jünger ist, hat keine Probleme auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein.“ Zudem sei das Problem Fachkräftemangel bei den Unternehmen angekommen. Auch bei vorübergehenden Auftragsproblemen würden die Firmen Mitarbeiter nicht gleich entlassen, sondern halten.

Als Jobmotor der nächsten Jahre wird sich nach Einschätzung der Arbeitsmarktexpertin der Gesundheits- und Sozialbereich im Norden erweisen. 2014 seien im Norden die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 1,5 Prozent oder 13.000 gestiegen. Auch im Handel, Gastgewerbe und Bau sei die Entwicklung positiv gewesen. Wermutstropfen der Jahresbilanz sei – wieder einmal – die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, die um 7,3 Prozent zugenommen habe.

Von den Arbeitslosen im Norden seien 53 Prozent Ungelernte oder Angelernte. „Unqualifizierte haben das Nachsehen“. Deshalb laute das Motto für 2015 „Qualifikation, Qualifikation, Qualifikation“. In 2014 sei bereits die Zahl der Arbeitslosen, die eine Qualifikation machten, um 15 Prozent auf 11.100 gestiegen. „Das wollen wir weiter ausbauen.“ Im Mittelpunkt stehen für 2015 insbesondere denn auch junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss. Sie sollen besonders gefördert werden. Erstmals werden zehn Coaches für solche jungen Menschen mit Ecken und Kanten gezielt Unternehmen ansprechen auf Lehrstellen. „Wir geben niemanden auf“, sagte Haupt-Koopmann. Viele Unternehmen wüssten inzwischen, dass sie auch auf diese jungen Menschen angewiesen sind.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bewertete die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im auslaufenden Jahr als insgesamt erfreulich. Mit 6,3 Prozent sei im November die niedrigste Arbeitslosenquote seit über 20 Jahren verzeichnet worden. „Und mit über 913.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wurde ein neuer Rekordwert erreicht.“ Mit Blick auf 2015 forderte Meyer die Betriebe auf, sich verstärkt um das Thema Fachkräftesicherung zu kümmern.

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