Arbeitsmarkt im Dezember 2014 : Arbeitslosigkeit in SH steigt und sinkt zugleich

97.200 Menschen in SH sind arbeitslos. shz.de zeigt die Entwicklung auf einer interaktiven Karte.

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07. Januar 2015, 10:28 Uhr

Kiel | Die Arbeitslosigkeit ist in Schleswig-Holstein deutlich unter das Vorjahresniveau gesunken. Ende Dezember waren im nördlichsten Bundesland 97.200 Menschen ohne festen Job und damit 5,5 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat, berichtete die Agentur für Arbeit am Mittwoch in Kiel.

Damit wurde der niedrigste Stand in einem Dezember seit 1992 erreicht. Im Vergleich zum November stieg die Arbeitslosenzahl um 2,8 Prozent. Eine solche Zunahme im Dezember ist jahreszeitlich üblich. Dieser saisonale Anstieg fiel schwächer aus als in den Vorjahren. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 6,5 Prozent, nach 6,9 Prozent vor einem Jahr.

In Hamburg sieht es wie folgt aus: Die Zahl der Arbeitslosen sank im Dezember auf ein Jahrestief. Im Dezember waren 70.093 Männer und Frauen in der Hansestadt arbeitslos gemeldet, das sind 278 oder 0,4 Prozent weniger als im November, teilte die Agentur für Arbeit am Mittwoch mit. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres beträgt der Rückgang der Arbeitslosen 1067 oder 1,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 7,2 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich im Laufe des Jahres um 2,9 Prozent auf 910.000.

„Insgesamt erwarte ich auch 2015 einen robusten und stark nachfrageorientierten Hamburger Arbeitsmarkt“, sagte der Leiter der Arbeitsagentur, Sönke Fock. „Gefordert ist allerdings eine immer höhere fachliche und regionale Flexibilität.“ Die Gesamtbeschäftigung werde nach oben getrieben von den Wirtschaftsbereichen der technischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen, dem Gastgewerbe, dem Gesundheitswesen aber auch der Industrie sowie Information und Kommunikation. „Von dieser Entwicklung profitieren qualifizierte Hamburger, aber vor allem auch Fachkräfte aus der Metropolregion, von denen rund 325.000 Hamburg als Arbeitsort ansteuern“, sagte Fock.

Als eine Herausforderung für Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sieht Fock den wachsenden Anteil älterer Arbeitnehmer. Mehr als 130.000 Beschäftigte im Alter von 55 Jahren und älter gingen im März 2014 einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, davon fast 114.000 als qualifizierte Fachkräfte, Experten oder Spezialisten. Da diese Arbeitnehmer in den kommenden zehn Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden werden, müssten die Betriebe und Verwaltungen die Lücke schließen. „Über alle Branchen hinweg gilt, dass diese zum Teil hoch qualifizierten Mitarbeiter ihr Wissen an die jüngeren Kollegen weitergeben müssen“, sagte Fock.

 

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember 2014 zwar um 47.000 auf 2,764 Millionen gestiegen. Das sind allerdings 110.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent.

Im Jahr 2014 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Mittwoch durchschnittlich 2,898 Millionen Menschen arbeitslos - und damit 52 000 weniger als im Jahr davor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 
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