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Arbeitsmarktzahlen für den Mai : Arbeitslosigkeit geht in SH und Hamburg weiter zurück

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Niedriger war die Zahl der Mai-Arbeitslosen in SH zum letzten Mal vor 22 Jahren. In Hamburg ging die Zahl der Arbeitslosen nur leicht zurück.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2015 | 10:19 Uhr

Kiel/Hamburg | Die Zahl der Menschen ohne festen Job ist in Schleswig-Holstein im Mai erneut gesunken. Ende des Monates waren im nördlichsten Bundesland nach Angaben der Arbeitsagentur vom Dienstag 94.900 Menschen arbeitslos. Dies ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Mai seit 22 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 4400 Menschen oder 4,4 Prozent weniger arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Arbeitslosen saisontypisch um 3100 oder 3,1 Prozent.„Es sieht alles gut und robust aus, die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort“, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann. Die Konjunktur zeige sich nach wie vor stabil. Eine Verlangsamung am Arbeitsmarkt sei bislang nicht festzustellen. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 6,3 Prozent; 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Haupt-Koopmann rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzen wird: „Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt unter der von 2014 liegen wird.“ Im Vorjahr waren im Schnitt 100 957 Menschen ohne festen Job gewesen.

Die Zahl neuer Arbeitslosenmeldungen ist im Norden seit Jahresbeginn weiter rückläufig. „Die Betriebe halten ihr Personal“, sagte Haupt-Koopmann. Mut macht vor allem die weiter hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Seit Jahresbeginn wurden 28.400 sozialversicherungspflichtigen Jobs gemeldet - besonders im Handel, im Bereich Soziales und Gesundheit sowie im Tourismus- und im Baugeschäft.

Auf dem Ausbildungsmarkt beginne derzeit der Endspurt, sagte Haupt-Koopmann. „Es geht aber eigentlich in fast allen Bereichen noch etwas.“ Besonders gute Chancen gibt es demnach aber im Einzelhandel, dem Handwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) appellierte mit Blick auf den Überhang an Bewerbern auf dem Ausbildungsmarkt an die Betriebe im Land, ihre Ausbildungskapazitäten noch einmal wohlwollend zu prüfen. Er zeigte sich erfreut, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin stabil entwickle, sieht allerdings mit Sorge die nach wie vor zu geringen Chancen von Langzeitarbeitslosen: „Ich setze deshalb auf koordinierte Aktionen von Land, Bund und der Bundesagentur.“ Das Land sei mit aktuell 16 laufenden Unterstützungs-Projekten in Vorleistung gegangen.

Unter den Kreisen hatte Dithmarschen im Mai mit 6,8 Prozent die höchste Arbeitslosenquote und Stormarn mit 3,8 Prozent die niedrigste. Bei den kreisfreien Städten stand Neumünster mit 10,3 Prozent am schlechtesten da und Kiel mit 9,4 Prozent am besten.

Auch in Hamburg ist die Arbeitslosigkeit im Mai leicht zurückgegangen. Insgesamt waren 73.524 Hamburger arbeitslos, das waren 422 oder 0,6 Prozent weniger als im Monat zuvor. Auch im Jahresvergleich betrug der Rückgang 0,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich von 7,6 auf 7,5 Prozent.

Im Gegensatz zu den Flächen- und Küstenländern profitiere Hamburg nur wenig von dem klassischen Saisongeschäft in den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Baugewerbe oder Obst- und Gemüseanbau. „Von fehlender Dynamik auf dem Hamburger Arbeitsmarkt kann trotzdem keine Rede sein“, sagte der Chef der Arbeitsagentur, Sönke Fock. Hinter den relativ stabilen Zahlen verbergen sich tausende von Zu- und Abgängen jeden Monate. Seit Jahresbeginn hatten schon 64.500 Hamburger mit einem Jobverlust oder einer Arbeitsaufnahme zu tun. Insgesamt ging die Zahl der Arbeitslosen in dieser Zeit um fast 2300 oder drei Prozent zurück.

Nach wie vor positiv sei die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Im März beschäftigten die Hamburger Unternehmen 902.900 Mitarbeiter, das sind 14.200 oder 1,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Vor allem das Gastgewerbe, die wirtschaftlichen und unternehmensnahen Dienstleistungen, das Gesundheitswesen und die Bereiche Information und Kommunikation hätten mehr Personal eingestellt. Das Angebot von arbeitssuchenden Bewerbern passe jedoch nicht immer zu den ausgeschriebenen Stellenprofilen.

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