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Arbeitsmarkt im April : Arbeitslosenquoten in HH und SH auf niedrigstem Stand seit 1993

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Die Arbeitslosenquote in SH und Hamburg sinkt weiter. Eine interaktive Karte zeigt die Werte für den April.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 10:35 Uhr

Hamburg/Kiel | Die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein ist auf den niedrigsten Stand in einem April seit 1993 zurückgegangen. Ende des Monats waren im nördlichsten Bundesland 92.600 Menschen ohne festen Job und damit 4,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Wie die Arbeitsagentur am Mittwoch weiter berichtete, sank die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Vergleich zum Vormonat um 4,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 6,1 Prozent, nach 6,4 Prozent vor einem Jahr.

„Aufgrund der anhaltenden Frühjahrsbelebung setzt sich auch im April die positive Arbeitsmarktentwicklung fort“, kommentierte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Es gebe dafür eine absolut solide konjunkturelle Basis, sagte sie. Besonders stark sank die Arbeitslosigkeit im April in den stark touristisch geprägten Kreisen Nordfriesland (-16,4 Prozent) und Ostholstein (-16,1 Prozent).

Abgesehen von den Flüchtlingen profitierten alle Gruppen von der weiteren Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. „Ob unter 25 oder über 55, ob langzeitarbeitslos oder mit gesundheitlichem Handicap - gegenüber dem Vormonat März und dem April des Vorjahres ging bei allen Gruppen die Arbeitslosigkeit zurück“, analysierte Haupt-Koopmann. Bei Männern waren es gegenüber März 5,3 Prozent. „Das kräftige Minus gegenüber dem Vormonat März ist saisontypisch, da speziell in den Baubetrieben und in den sogenannten grünen Berufen neue Mitarbeiter eingestellt wurden“, sagte Haupt-Koopmann.

Nur die Ausländerarbeitslosigkeit nahm im April im Vorjahresvergleich zu, und zwar um 2900 auf 18.400 Betroffene. Dies lag daran, dass die Asylanträge von Flüchtlingen aus den Hauptherkunftsländern schneller abgearbeitet wurden. Damit melden sich diese Menschen verstärkt in den Arbeitsagenturen und Jobcentern. Diesen wurden seit Jahresbeginn 26.200 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet und damit noch einmal 600 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Beschäftigten stieg nach den aktuellsten Zahlen vom Februar um 2,8 Prozent auf 947.300. Hier gab es die stärksten Zuwächse bei Gesundheits- und Sozialberufen, bei Dienstleistungen und im Handel.

„Die guten April-Zahlen belegen einmal mehr, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften im echten Norden brummt und im Gleichklang mit der robusten Konjunktur verläuft“, sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD). Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet unter den Kreisen nach wie vor Stormarn mit 3,5 Prozent, während Dithmarschen mit 6,7 Prozent die höchste hat. Bei den kreisfreien Städten steht Lübeck mit 8,8 Prozent am besten da und Neumünster mit 9,5 Prozent am schlechtesten.

Auch auf dem Hamburger Arbeitsmarkt ist die Frühjahrsbelebung im April deutlich spürbar geworden. Im vergangenen Monat waren 70.658 Menschen arbeitslos gemeldet, 851 oder 1,2 Prozent weniger als im Vormonat und 1,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Aprilwert sei der niedrigste seit 1993, als es 62.000 Jobsuchende gab, teilte die Agentur für Arbeit am Mittwoch in der Hansestadt mit. Die Arbeitslosenquote lag im April bei 7,0 Prozent, nach 7,1 Prozent im Vormonat.

Im Berichtsmonat haben nach Angaben der Agentur 6400 Arbeitssuchende einen Job gefunden, 9,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch in den nächsten Monaten böten sich gute Chancen auf eine Anstellung, teilte die Arbeitsagentur mit. Ihr wurden im April 3900 freie Stellen gemeldet, insgesamt könnten Jobsuchende auf rund 15.500 zu besetzende Stellen zugreifen. Außerdem warten den Angaben zufolge mehr als 5000 Lehrstellen auf Auszubildende.

Der florierende Arbeitsmarkt schlägt sich auch in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit 946.200 Arbeitnehmern im Februar nieder, ein Zuwachs von 2,1 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Aufgestockt wurde das Personal bei technischen und wirtschaftlichen Dienstleistern, im Handel, bei IT- und Kommunikationsfirmen sowie im Gast- und Baugewerbe. Dagegen ging die Zahl der Mitarbeiter in der Finanz- und Versicherungsbranche um 3,3 Prozent auf 45.700 zurück.

Die Zahl der Teilnehmer an Integrations- oder Sprachkursen stieg im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 58 Prozent auf knapp 9500.

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