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Zusatzbeitrag : AOK bittet die Mitglieder zur Kasse

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Krankenkasse hebt Zusatzbeitrag um 0,2 Prozent an. Lohnt sich jetzt ein Wechsel?

Die AOK im Norden hat seit Dienstag nicht nur einen neuen Vorstandschef, sie hat auch weitreichende Entscheidungen für die Mitglieder getroffen. So wird der Zusatzbeitrag ab Januar um 0,2 Prozent erhöht. Einige Fragen und Antworten.

Was müssen AOK-Versicherte künftig zahlen?

Der Zusatzbeitrag steigt auf 1,1 Prozent des Bruttoentgelts (bisher: 0,9). Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den die Bundesregierung allen Kassen vorschreibt, ergibt das einen Gesamtbeitrag von 15,7 Prozent (bisher: 15,5). Bei einem Bruttoentgelt von 3000 Euro zahlen AOK-Mitglieder jetzt sechs Euro mehr im Monat. Der Zusatzbeitrag wird ausschließlich von Arbeitnehmern erhoben. Der Arbeitgeber trägt nämlich nur die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes, also 7,3 Prozent.

Müssen nur AOK-Mitglieder tiefer in die Tasche greifen?

Nein, die Techniker Krankenkasse (TK) hatte bereits am Freitag angekündigt, den Zusatzbeitrag 2016 um 0,2 Prozentpunkte auf dann 1 Prozent anzuheben. Die 123 Kassen entscheiden selbst, wie viel sie extra verlangen, um 2016 keine roten Zahlen zu schreiben. Einige Kassen werden über den 0,2 Punkten liegen, andere darunter. Bei Barmer und DAK steht die Entscheidung noch aus. Die DAK muss laut Handelsblatt ihren Zusatzbeitrag wohl um 0,5 auf 1,4 Prozent anheben und wird dann mit dem Gesamtbeitrag von 16 Prozent die teuerste Kasse sein. Andererseits: Bei der AOK Nordost gibt es keine Beitragserhöhung.

Warum steigen die Zusatzbeiträge?

Der AOK-Verwaltungsrat kritisierte am Dienstag, dass die Politik vorzeitige Wahlgeschenke verteile und den Ärzten satte Honorarzuwächse gesetzlich zusichere, die deutlich über den allgemeinen Lohnzuwächsen liegen. Hinzu kämen Kostensteigerungen bei den Kliniken in Milliardenhöhe durch das Krankenhausstrukturgesetz bei gleichzeitigen Überkapazitäten der Kliniken. Das alles führe zu einem finanziellen Ungleichgewicht bei den gesetzlichen Kassen.

Die angesammelten Milliardenguthaben des Gesundheitsfonds sind zum Teil aufgebraucht. Zudem hat der Bundesfinanzminister die Zuschüsse gekürzt, um trotz Flüchtlingskrise die schwarze Null im Haushalt zu retten.

Wie müssen die Kassen ihre Mitglieder unterrichten?

Will eine Kasse den Zusatzbeitrag zum 1. Januar erhöhen, hat sie ihre Mitglieder bis 31. Dezember zu informieren. Das Schreiben muss eine Übersicht zu den Zusatzbeiträgen aller Kassen enthalten, die vom Spitzenverband des Bundes der Krankenkassen erarbeitet wird.

Lohnt sich ein Kassenwechsel ?

Jedes Kassenmitglied kann zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn die angestammte Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag erhebt oder den Zusatzbeitrag erhöht. Bei diesem Sonderkündigungsrecht muss die Kündigung bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, in dem die Änderung wirksam wird. Die Kündigung greift dann zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats. Verbraucherschützer raten, die Leistungen der Kassen vor einem Wechsel genau zu vergleichen.

Wie werden sich die Kassenbeiträge künftig entwickeln?

„In Zukunft rechnen wir jedes Jahr mit einem Anstieg um durchschnittliche 0,2 Prozentpunkte“, sagt der Chef des Verbands der Ersatzkrankenkassen, Christian Zahn.

 
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erstellt am 16.Dez.2015 | 08:58 Uhr

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