Grundsicherung : Altersarmut in SH: Mehr Rentner leben von der Stütze

„Flasche leer? Dankesehr!“ In den Städten sind immer häufiger Flaschensammler zu sehen, die sich etwas Geld dazu verdienen wollen.
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„Flasche leer? Dankesehr!“ In den Städten sind immer häufiger Flaschensammler zu sehen, die sich etwas Geld dazu verdienen wollen – auch in SH.

Vier Prozent mehr als im Vorjahr und 29 Prozent mehr als 2009: Viele Menschen über 64 sind in Schleswig-Holstein auf Grundsicherung angewiesen.

shz.de von
14. Juli 2015, 15:45 Uhr

Hamburg | In Schleswig-Holstein haben 2014 so viele Menschen die Grundsicherung bekommen wie noch nie seit Einführung der Statistik im Jahr 2003. Mit 19.600 Unterstützten im Alter von mehr als 64 Jahren waren es vier Prozent mehr als noch im Vorjahr und sogar 29 Prozent mehr als 2009, wie das Statistikamt Nord am Dienstag mitteilte.

Grundsicherung wird nach Angaben des Sozialministeriums gewährt, wenn eine Person sich in einer finanziellen Notlage befindet und nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen kann.

79 Prozent der Empfänger erhielten die Leistungen zusätzlich zu ihrer Rente. Fast die Hälfte der Unterstützten hatte zuvor Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bezogen.

Angesichts der Entwicklung zeigte sich der Sozialverband Deutschland (SoVD) besorgt. „Der Bekämpfung der Altersarmut muss höchste Priorität eingeräumt werden“, sagte Landeschef Wolfgang Schneider. Sonst drohe eine „sozialpolitische Katastrophe“.

Schneider forderte die Einführung eines Freibetrags für die gesetzliche Rente bei der Grundsicherung. „Es kann nicht sein, dass jemand, der sich einen gesetzlichen Rentenanspruch beispielsweise von 500 Euro erarbeitet hat, in der Grundsicherung genau so gestellt wird, wie jemand, der gar nicht gearbeitet hat“, sagte er.

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