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Fahrplanwechsel der Bahn : Alte Probleme zu neuen Preisen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bahn rüstet um: Am 15. Dezember – also kommenden Sonntag – gelten die neuen Fahrpläne des Konzerns.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Hamburg/Kiel | Alte Verbindungen werden in Schleswig-Holstein gestrichen, neue kommen hinzu. Doch für die meisten Menschen im Norden ändert sich mit der regelmäßigen Fahrplanumstellung wieder einmal vor allem eines: der Preis. Zugleich ist absehbar, dass viele Probleme wohl bleiben werden – und Bahnfahrer auch im kommenden Jahr wieder auf ihren Zug und alten Waggons warten müssen.

Konkret werden zwei Strecken in Schleswig-Holstein von dem Fahrplan-Wechsel profitieren – die Städte Kiel und Lübeck. Sowohl in die Landeshauptstadt als auch in die Hansestadt kommen zusätzliche ICE-Züge zum Einsatz. Ein ICE aus Basel, der früher in Hamburg seine Endstation hatte, wird künftig über Neumünster nach Kiel verlängert. Eine zusätzliche ICE-Verbindung soll laut Bahn zudem künftig ab Kiel (ab 14.49 Uhr) über Neumünster den Norden mit Hamburg, Nürnberg und München verbinden. Im Fall von Lübeck wiederum wird eine ICE-Verbindung von München nach Hamburg künftig an Freitagen und Sonntagen sowie in den Sommermonaten täglich nach Lübeck in beide Richtungen verlängert (ab Lübeck: 11.37 Uhr).

Preiserhöhung im Fernverkehr
Fast schon zum Ausgleich werden allerdings auch Strecken gestrichen. Konkret: Zwei IC-Verbindungen der Nordsee-Insel Sylt mit dem Rest der Republik. Der IC2001, der bislang Westerland um 8.56 Uhr mit Hamburg-Altona verbunden hat, entfällt. Das gleiche gilt für die Verbindung des IC 2408 von Köln nach Westerland.

Wer im Norden keine dieser Strecken fährt, für den werden Zugreisen mit dem neuen Fahrplan vor allem teurer. So muss für die Bahncard mehr bezahlt werden und auch die Reservierung kostet künftig 4,50 Euro statt vier Euro. Bei Intercity-Zügen und ICEs steigen die Preise im Schnitt um 2,5 Prozent. Im Nahverkehr geht es mit 2,9 Prozent sogar noch stärker nach oben – allerdings nur außerhalb Schleswig-Holsteins, da im Land der Schleswig-Holstein Tarif gilt.

„Es tut sich relativ wenig im Nahverkehr“, sagt dann auch Dennis Fiedel von der zuständigen LVS Schleswig-Holstein. Die Preiserhöhungen würden nicht mitgemacht. Mehr Züge sollten ihm zufolge künftig aber auf der Strecke Büchen-Hamburg eingesetzt werden. Mit dem Fahrplanwechsel werde zudem ein neuer Bahnhof im Lübecker Hochschulstadtteil in Betrieb genommen. Bahnfahrer, die die neuen Preise umgehen wollen, können noch bis Sonnabend Fahrscheine zum alten Preis kaufen – für Reisen, die bis Mitte März angetreten werden.

Dass die Bahn mit dem Fahrplanwechsel pünktlicher im Norden verkehrt, ist ungewiss. Bei Verspätungen liegt Schleswig-Holstein im Bundesvergleich weit vorne. Nach Erhebungen der „Süddeutschen Zeitung“ kommen 23,9 Prozent aller Züge hierzulande zu spät. Die durchschnittliche Verspätung der Züge ist mit mehr als 18 Minuten bundesweit Spitze. Doch nicht nur in der Hinsicht muss sich der Norden in Geduld üben – sondern auch bei der Ausstattung. So hätten ab Dezember zwar neue Doppelstock-Züge zwischen Hamburg, Kiel und Flensburg zum Einsatz kommen sollen, doch die lassen jetzt doch noch zwei Jahre auf sich warten.

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