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Personalmangel : Alarm in der Wirtschaft: Bald fehlen 100.000 Fachkräfte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Schleswig-Holstein droht akuter Personalmangel. Eine Initiative soll die Zukunft von Unternehmen sichern.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 06:49 Uhr

Kiel | Dem Arbeitsmarkt im Norden stehen dramatische Zeiten bevor: Bis 2030 fehlen der Wirtschaft in Schleswig-Holstein rund 100.000 Fachkräfte. Das geht aus Zahlen hervor, die das Kieler Institut Analytix im Auftrag der Landesregierung errechnet hat. Allein bei den Arbeitnehmern mit Berufsabschluss fehlen demnach in den kommenden 17 Jahren 83.000 Fachkräfte, 12.000 sind es bei den Hochqualifizierten.

Zwar wird Schleswig-Holsteins Bevölkerung in den kommenden Jahren nicht stark schrumpfen, „allerdings wird es eine deutliche Altersverschiebung geben“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) gestern. Folge: Die Zahl der Erwerbstätigen im Land wird um 180.000 Personen sinken.

Im Rahmen der Fachkräfte-Initiative „Zukunft im Norden“, hinter der neben dem Land auch Wirtschaftsverbände, die Kammern und Gewerkschaften stehen, stellte Meyer einen Katalog von 132 Einzelmaßnahmen vor, um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern. „Dabei werden die Herausforderungen für die kleineren Betriebe deutlich größer ausfallen als für die wenigen Global Player“, betonte der Präsident des Unternehmensverbands Nord, Uli Wachholtz. Im Kern sehen die gestern beschlossenen Maßnahmen die Stärkung kleinerer und mittlerer Betriebe bei der Sicherung von Fachkräften vor. Zugleich warnte der Unternehmensverband Nord davor, dass ein Mindestlohn die Bemühungen der Initiative konterkarieren könne. Nach Berechnungen des Verbandes würde dieser 25.000 Arbeitsplätze im Norden kosten.

Neben der stärkeren Kooperation von Universitäten und Wirtschaft, einem besseren Übergang von der Schule ins Berufsleben und höheren Erwerbsquoten bei Frauen setzt das Land auf Zuwanderung. „Wir müssen gezielt um qualifizierte Migranten werben“, sagte Innenminister Andreas Breitner. Allerdings zeigen die Zahlen von Analytix, dass sich die Zahl der Einwanderer in Schleswig-Holstein bis 2030 verdoppeln müsste, sollte die Fachkräftelücke zumindest um ein Drittel verringert werden.

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