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Agravis und DAVA : Agrarhändler kaufen Rendsburger Getreide AG

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Zusammen mit dem dänischen Partner DAVA hat Agravis die Rendsburger Getreide AG gekauft. Das Kartellamt muss dem Milliardendeal allerdings noch zustimmen.

Rendsburg | Die gelb-grünen Siloanlagen der Getreide AG zählen zu den markantesten Industriebauten am Kreishafen. Doch sowohl der Schriftzug als auch die Farben könnten bald andere sein. Denn der Agrarhandel in Norddeutschland  steht vor einem Umbruch: Die Getreide AG verkauft zum 1. Februar ihr klassisches Landhandelsgeschäft an das deutsch-dänische Gemeinschaftsunternehmen Dava Agravis. Zum Paket zählen elf Gesellschaften an über 70 Standorten, die gemeinsam eine Milliarde Euro Umsatz erwirtschaften. Über den Kaufpreis machten die Partner keine Angaben. Das Geschäft muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

Der Landhandel umfasst den An- und Verkauf von Getreide, Mineraldünger, Pflanzenschutzmitteln und sonstigen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln. Nach dem Verkauf dieses Bereichs will sich die Getreide AG künftig darauf konzentrieren, landwirtschaftliche Rohstoffe zu verarbeiten und Lebensmittel herzustellen. Diese Strategie verfolgt der Konzern bereits seit mehreren Jahren, wie  Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär Alexander Rothe deutlich macht: Die Verarbeitungskapazität der Ölmühlen sei von null auf eine Million Tonnen pro Jahr gesteigert worden, die Malzproduktion wuchs um 150 Prozent auf 200.000 Tonnen. „Für den verbleibenden Konzern erwarten wir zukünftig einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.“

Ganz auf den Getreidehandel verzichten will der Konzern jedoch nicht. Zumindest im internationalen Geschäft bleibt das Unternehmen weiterhin tätig. Das gilt ebenso für die Logistik. Mit 400.000 Tonnen Lagerraum an den Hafenstandorten Rostock und Hamburg verfüge die Getreide AG über ideale Voraussetzungen, um auch künftig im Exportgeschäft eine wichtige Rolle einzunehmen.

Die Dava Agravis übernimmt alle 550 Mitarbeiter, die derzeit für die Getreide AG im Landhandel sowie im Betriebsmittel- und Futtergeschäft tätig sind. An dem Unternehmen sind die Firmen Danish Agro und Vestjyllands Andel mit insgesamt 75 Prozent und die Agravis Raiffeisen AG mit 25 Prozent beteiligt. Die in Münster und Hannover beheimatete Agravis ist mit einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro der zweitgrößte Agrarhändler Europas.

Dava Agravis wurde erst vor gut zwei Jahren gegründet. Die dahinterstehenden Konzerne gelten jeweils als Branchengrößen und beschäftigen für sich genommen fast 10.000 Mitarbeiter in Europa. Bislang war Dava Agravis vor allem in Osteuropa tätig und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro. Wird dem neuen Zukauf von den Kartellbehörden stattgegeben, soll der Umsatz nach eigenen Angaben rechnerisch auf rund 1,5 Milliarden Euro anwachsen.
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erstellt am 14.Okt.2014 | 07:30 Uhr

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