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Kommentar : A7-Ausbau: SH muss konkurrenzfähig bleiben

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Eigentlich sollte die Freude über den sechsspurigen Ausbau der A7 groß sein – und doch überwiegen Ängste vor individuellen Nachteilen. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 14.01.2014 | 06:43 Uhr

Es werde ja alles ganz furchtbar. Lange Staus, Wartezeiten, ausbleibende Urlauber, Probleme für den Fernlastverkehr und auch das pünktliche Eintreffen aus Richtung Norden bei den Heimspielen des HSV im Volkspark sei nicht mehr gesichert. Kurzum: Der Verkehr auf der Autobahn A7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und Hamburg werde während der vierjährigen Bauzeit zum Erliegen kommen, wird von vielen Seiten kolportiert.

Die Schwarzmalerei ist groß vor diesem riesigen Zukunftsprojekt, das im Herbst dieses Jahres beginnt und die Verkehrsinfrastruktur im Lande mittelfristig in einen zeitgemäßen Zustand versetzen soll.

Schleswig-Holstein benötigt diesen Ausbau, um konkurrenzfähig zu bleiben. Da haben es Politik und Behörden auf Drängen der Wirtschaft endlich geschafft, alle Genehmigungsverfahren zu erledigen. Ohne die Hürde Bundesverwaltungsgericht nehmen zu müssen, das den Ausbau der A20 zunächst einmal gestoppt hat, weil Fledermäuse angeblich nicht ausreichend geschützt seien. Auch wurden grüne Bedenkenträger überstimmt und vorausschauend mögliche Klagen von Kommunen oder Kreisverwaltungen schon im Keime erstickt. So, wie es bei Ausbauvorhaben von Autobahnen nur noch selten gelingt.

Wenn jetzt auch noch das Kieler Verkehrsministerium Voraussetzungen schafft, um den Verkehr in der Bauphase klug zu lenken, besteht eher Anlass zu Optimismus als Grund zur Nörgelei. Ja, es besteht durchaus Grund zur Freude. Diese Freude könnte allerdings kurz vor dem Elbtunnel zum Erliegen kommen. Auf Hamburger Seite entsteht über der Autobahn ein vier Kilometer langer Betondeckel, auf dem Rasen, Bäume und Blumen wachsen sollen. Ein neues Beispiel von hanseatischem Größenwahn, ähnlich wie bei der Elbphilharmonie. Im Gegensatz zu dem Ausbau der Autobahn auf schleswig-holsteinischem Terrain gehört dieses merkwürdige Projekt in die Kategorie der Verschwendung von Steuergeldern.

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