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Ökostrom : 66 Unternehmen aus SH von EEG-Umlage befreit

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Wer bezahlt für die Energiewende? Nicht alle. Zum Beispiel können sich Futtermittelhersteller in SH diese Kosten sparen. Kritiker befürchten, dass dadurch Privatpersonen und mittelständische Unternehmen überdurchschnittlich belastet werden.

Kiel | In Schleswig-Holstein sind 66 Unternehmen und Niederlassungen von der EEG-Umlage befreit. Das geht aus am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle (Bafa) hervor. Demnach kommen die 66 aufgeführten Strom-Abnahmestellen zusammen auf einen Stromverbrauch von 1668 Gigawattstunden. Bei der Umlage zur Förderung des Ökostrom-Ausbaus werden in SH Hersteller von Futtermitteln begünstigt, aber auch Werkzeug-Hersteller, Papier-Hersteller und Firmen aus dem Bereich der Milchverarbeitung begünstigt.

In Hamburg müssen 26 Industrieunternehmen nicht die volle Umlage zahlen, darunter die großen industriellen Stromverbraucher in Hamburg. Das sind die Kupferhütte Aurubis, die beiden Aluminiumbetriebe und das Stahlwerk von ArcelorMittal. Auch S- und U-Bahn sind von der EEG-Umlage weitgehend ausgenommen, ebenso wie Mineralölunternehmen oder Futtermittelhersteller. Insgesamt beläuft sich die privilegierte Strommenge für die Hamburger Industrie auf 4475 Gigawattstunden. Bundesweit bekommen 2098 Unternehmen rund 5,1 Milliarden Euro Vergünstigungen, 2013 waren es noch 1720 Firmen mit rund 4 Milliarden Euro an Vergünstigungen.

Die Förderkosten für den Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biogas zahlen Bürger und Wirtschaft per Umlage über den Strompreis. Im laufenden Jahr sind es etwa 23,5 Milliarden Euro. Ein vierköpfiger Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom zahlt rund 220 Euro Umlage.

Verbraucherschützer kritisieren die Regelungen zur Befreiung von Unternehmen von der EEG-Umlage. Der Vorsitzende des Bunds der Energieverbraucher, Aribert Peters stellte sich unlängst gegen jede Art von Ausnahmen. Es müsse erst einmal der Nachweis geführt werden, dass ein Stahlunternehmen in Deutschland wegen der Ökostromabgabe international nicht mehr wettbewerbsfähig sei. „Wir zahlen als Verbraucher, das macht keinen Sinn“. Die Milliardenbeträge, die die Privatkunden durch die Befreiung der Großindustrie zahlten, fehlten an anderer Stelle.

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erstellt am 12.Feb.2014 | 15:40 Uhr

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