Pilot-Tarifabschluss der IG Metall : 28-Stunden-Woche für alle? Gewerkschaftsbund in SH sieht Chancen

Im Porsche-Werk in Stuttgart waren sich die Streikenden schon vor Tagen siegessicher.

Im Porsche-Werk in Stuttgart waren sich die Streikenden schon vor Tagen siegessicher.

Der DGB Nord feiert die Tarifeinigung in der Metallindustrie als „Modell der Zukunft“ und glaubt, dass andere Branchen nachziehen.

Kay Müller von
07. Februar 2018, 08:38 Uhr

Kiel/Stuttgart | Nach dem wegweisenden Pilot-Tarifabschluss in der Metallindustrie glaubt der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord, Uwe Polkaehn, dass es in weiteren Branchen eine höhere Flexibilität der Arbeitszeit geben wird. „Der Abschluss, der jetzt erzielt wurde, hat Signalcharakter“, sagte Polkaehn shz.de. „Man sieht, dass vielen Menschen Zeit wichtiger geworden ist als Geld. Das ist das Modell der Zukunft – und darauf werden die Arbeitgeber Rücksicht nehmen müssen.“ So könnten flexible Arbeitszeitmodelle auch in der Chemiebranche, dem gewerblich-technischen Bereich oder im Öffentlichen Dienst als nächstes eingeführt werden, sagte Polkaehn.

Nach heftigen Warnstreiks und einer Marathon-Verhandlung hatten sich die Tarifparteien der Metall- und Elektrobranche in Baden-Württemberg in der Nacht zu Dienstag in Stuttgart auf einen Tarifabschluss geeinigt – mit folgenden Ergebnissen:

  • Die Beschäftigten können künftig ohne Lohnausgleich für bis zu zwei Jahre ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden senken
  • Im Gegenzug dürfen Betriebe mit mehr Beschäftigten 40-Stunden-Verträge abschließen
  • Der Tarifabschluss sichert den Beschäftigten auch deutlich mehr Geld
  • Sie erhalten zusätzlich zur Entgelt-Erhöhung von 4,3 Prozent Einmalzahlungen

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Die IG Metall Küste begrüßte die Einigung im Südwesten. „Das ist der Einstieg in ein modernes Arbeitszeitmodell“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Im Norden verhandeln die Tarifparteien neben dem Pilotabschluss auch regionale Themen wie die Angleichung von Schichtzulagen, die Bezahlung von Umkleidezeiten und die Angleichung von Tarifverträgen im Osten. Die IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall werden Donnerstag in Hamburg über die Übernahme verhandeln. Betroffen davon sind 140.000 Beschäftigte in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen. „Das Stuttgarter Ergebnis ist ein fairer Kompromiss“, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

DGB-Nord-Vorsitzender Uwe Polkaehn im Interview:

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