Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie : 27 Millionen Euro für Itzehoer Chipschmiede

27,45 Millionen Euro für die Hochtechnologie im Land: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen will die Branche fördern, um Arbeitsplätze in den Norden zu holen.

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16. Juni 2011, 09:04 Uhr

Itzehoe | Im Land gibt es noch zu wenig Arbeitsplätze im Bereich Hochtechnologie. Deshalb müssten die Stärken gefördert werden, so Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU). Gestern hat er im Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) in Itzehoe (Kreis Steinburg) einen Förderbescheid in Höhe von 27,45 Millionen Euro übergeben, zwei Drittel davon aus EU-Mitteln.
Das Institut wird für insgesamt 36,6 Millionen Euro um einen Neubau mit einem zweiten Reinraum erweitert, 9,15 Millionen Euro kommen von der Fraunhofer-Gesellschaft, also dem Bund. Der Reinraum bietet eine extrem saubere Umgebung für Forschung und Entwicklung sowie Produktion in der Nano- und Mikrosystemtechnik. Hinzu kommen Labore und Büros.
"Kleines Land, große Wissenschaft, das schließt sich überhaupt nicht aus"
Das ISIT ist schon seit langem in Platznot, wie Institutsleiter Professor Dr. Wolfgang Benecke schilderte. Als "eines der modernsten Entwicklungszentren" weltweit erfreut es sich großer Nachfrage und kooperiert mit 350 Unternehmen, 50 davon aus Schleswig-Holstein. Energie-Effizienz nannte Benecke als ein großes Wachstumsthema, aber auch Handys oder Spielkonsolen sind ohne die Produkte der Itzehoer Chipschmiede nicht denkbar.
Carstensen lobte besonders diesen Wissenstransfer aus der Forschung in die Wirtschaft. Was in Itzehoe "ausgesprochen gut" laufe, sei von herausragender Bedeutung für die vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Land, "das Rückgrat unserer Wirtschaft". Deshalb sei die Millionen-Förderung trotz der Haushaltslage richtig. "Das Institut zeigt: Kleines Land, große Wissenschaft, das schließt sich überhaupt nicht aus."
Seit 1995 wird im Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe auf dem Gebiet der Mikro- und Nanosystemtechnik gearbeitet. Zurzeit hat das ISIT etwa 150 Mitarbeiter, hinzu kommen etwa 500 Angestellte bei den im Haus tätigen Firmen.
(ipe, shz)

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