Wirtschaftskriminalität : 162 Millionen Euro Beute

Die Handelskammer legte am Freitag das schockierende Ergebnis einer neuen Studie vor. Danach fällt jeder dritte Betrieb in Hamburg der Wirtschaftskriminalität zum Opfer.

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12. Dezember 2009, 09:04 Uhr

Hamburg | Bei der Umfrage der Handelskammer gaben 38 Prozent der Betriebe an, in den vergangenen zwei Jahren von Wirtschaftsstraftaten betroffen gewesen zu sein, 15 Prozent sogar mehrfach. Fast die Hälfte der Taten (42 Prozent) entfiel auf Vermögensdelikte (Diebstahl, Veruntreuung, Unterschlagung, Betrug), gefolgt von Sachbeschädigungen (13 Prozent). Überraschend: Lediglich fünf Prozent der Geschädigten berichteten von Korruption, gar nur drei Prozent von Computer- und Internetkriminalität.
"Den betroffenen Unternehmen entstand im Durchschnitt ein Schaden von 415.000 Euro", bilanzierte Ulrich Bremer von der Handelskammer-Stabsstelle "Sicherheit in der Wirtschaft". Die gesamten, teils sehr langfristigen Folgekosten aller berichteten Delikte summieren sich danach auf 162 Millionen Euro.
Ziel der im Norden einzigartigen Erhebung war die Aufhellung des enormen Dunkelfeldes in diesem Kriminalitätsbereich. Und da ist ganz offensichtlich tatsächlich noch vieles zu tun. Denn: Wirklich auskunftsfreudig waren die etwa 10 000 angeschriebenen Betriebe bei diesem Thema nicht. Lediglich 414 schickten die Fragebögen ausgefüllt zurück. Erstaunlich: Ein Großteil der geschädigten Firmen behielt die ihnen zugefügten Straftaten für sich; lediglich die Hälfte erstattete überhaupt Anzeige bei der Polizei. Das Problembewusstsein ist laut Studie eklatant unterentwickelt: Nur ein Bruchteil der Unternehmen nutzen die diversen Präventionsangebote von Polizei und Kammer.

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