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Wetter in SH und HH : Wintereinbruch am Wochenende: Was Sie jetzt wissen müssen

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Aus der Onlineredaktion

Die Temperaturen in SH und HH sollen teils unter null Grad sinken. Und es könnte schneien. shz.de zeigt, was das für Autofahrer, Touristiker und Hobbygärtner bedeutet.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 17:16 Uhr

Kiel | Auf das Wetter im April kann man sich nicht verlassen - und an diesem Wochenende in Schleswig-Holstein und Hamburg zeigt es sich besonders wechselwütig: Die Bandbreite reicht von Sonnenstunden bis Schauer mit Graupel und sogar Schnee, die Temperaturen erreichen mancherorts am Tag bis zu 10 Grad, in der Nacht soll das Thermometer teils unter den Gefrierpunkt sinken. Eine lange Nase machen deshalb einige Autofahrer. Und auch Pflanzen werden irritiert. shz.de erklärt, was während des Wintereinbruchs zu beachten ist.

In Hamburg hat Meteorologe Hans-Joachim Möller das Wetter fest im Blick, und er sieht an diesem Wochenende viel Ungemach in der Hansestadt und Schleswig-Holstein heraufziehen: „Wir haben im Grunde alles“, sagt Möller. Es könnte regnen. Der Grund: Von der Nordsee aus Richtung Island und Spitzbergen ziehe kühle Luft herüber, erklärt Möller. Über Land werde die Luft erwärmt, es bildeten sich Quellwolken, ja sogar kurze Gewitter seien möglich.

Das umgekehrte Spiel ist auch denkbar: Die Bewölkung reißt auf, die Luft über Land kühlt sich ab und es gibt Frost. Hat es vorher geregnet, würde das zu glatten Straßen führen.

Die Wetterumschwünge sind für Möller im April eher der Regelfall als eine Ausnahme. Und manchmal sind sie mit Monatsende noch gar nicht abgehakt. „Bis Mitte Mai ist sogar noch Nachtfrost möglich“, erklärt der Wetterexperte.

Die Aussichten: Viele Quellwolken, Schauer, Graupel und vereinzelt Schneefall (vorwiegend in Küstenlage) sind möglich. An der Nordsee soll es tagsüber um die neun Grad warm werden, ähnliche Temperaturen gibt es an der Ostseeseite, in der Region um Hamburg und Neumünster sind bis 11 Grad drin. Richtig kalt wird es jedoch wohl in der Nacht: Im Binnenland um die 0 Grad mit Absturzgefahr auf -3/-4 Grad, am Wasser bleibt es etwas angenehmer, zehn Kilometer landeinwärts von Husum sollen es etwa vier Grad werden. 

Und was bedeutet das wechselhafte Wetter mit kalten Temperaturen nun konkret?

Für Autofahrer: Von Oktober bis Ostern ist eigentlich die Fahrzeit für Winterreifen. Ostern war schon und viele Autofahrer haben jetzt umgestellt auf Sommerreifen - möglicherweise zu früh. Denn: „Sommerreifen dürfen bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht gefahren werden“, sagt Johannes Boos, Sprecher des Deutschen Automobilclubs (ADAC). Wenn es am Wochenende Schnee, Eis und Glätte gebe, müsste man das Auto mit Sommerreifen stehen lassen und auf den ÖNPV umsteigen, verdeutlicht er. Andernfalls droht sogar Strafe: Wer von der Polizei mit Sommerreifen bei winterlichen Verhältnisse angehalten wird, müsse 60 Euro Bußgeld zahlen, zudem winke ein Punkt in Flensburg. Noch teurer werde es für den, der mit Sommerreifen liegenbleibt und dadurch den Verkehr behindert: 80 Euro würden fällig. Zusätzlich könnten nach Unfällen Problem mit Kasko- und Haftpflichtversicherung entstehen.

 

Für Hobbygärtner und ihre Pflanzen: Damit das Pflänzlein auf dem Balkon oder im Garten nicht einen kümmerlichen Kältetod stirbt, ist Vorsicht geboten: Mediterrane oder frostempfindliche Pflanzen sollten deshalb besser nochmal hinein geholt werden, sagt Daniela Rixen, Sprecherin bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Bleiben die Gewächse draußen, sollten sie umwickelt werden. Als widerstandfähig im Gegensatz zu mediterranen Kräuter gegen die Kälte könnte sich Schnittlauch erweisen, meint Rixen. Sie warnt, jetzt noch keine Sommerblumen zu pflanzen, die Zeit dafür sei vor den Eisheiligen Mitte Mai.

Für Raps, Weizen, Gerste und Spargel: Aufgrund der schon zuletzt kühlen Temperaturen verzögert sich das Wachstum beim Getreide und auch beim Spargel. Das königliche Gemüse brauche wachse eigentlich erst ab zwölf Grad, der Saisonstart habe sich nun schon nach hinten verlagert. Beim Getreide hätte sich die Bestände „gut entwickelt“, aber es gäbe leichte Wachstumsverzögerungen.

Für den Tourismus: Das Reiseland Schleswig-Holstein erfreut sich großer Beliebtheit. Auch im Winter. „Die treuen Urlauber kommen ganz wetterunabhängig“, sagt Vivien Rehder von der Tourismusagentur Schleswig-Holstein. Und sobald der Frühling durchkomme, seien die Touristiker startbereit. Schlechte Auswirkungen durch Regen oder Kälte seien ihr nicht bekannt, sagt Rehder.

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