Deutsche Wildtier Stiftung : Wildtiere mögen keine Silvester-Böller

Gänse am Rande der Hamburger Außenalster: Vor allem Wildtiere, die in der Stadt leben, geraten durch lautes Feuerwerk in Panik.

Gänse am Rande der Hamburger Außenalster: Vor allem Wildtiere, die in der Stadt leben, geraten durch lautes Feuerwerk in Panik.

Auch in Schleswig-Holstein wird die Silvesternacht überwiegend laut gefeiert. Tiere sind jedoch keine Böller-Fans.

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29. Dezember 2017, 07:11 Uhr

Hamburg | Feuerwerk und Knallerei gehören für viele Menschen untrennbar zu Silvester. Im Gegensatz zu Menschen sind Spatz, Bieber und Wildschwein keine Freunde von Böllern und Raketen. Im Gegenteil: Wenn es zum Jahreswechsel knallt und stinkt, bedeute dies für Vögel und Vierbeiner oft Stress, sagte Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Der Krach ist für viele Tiere belastend, weil sie ein viel besseres Gehör haben als wir Menschen.“ Bei vielen Vierbeinern löse die Knallerei sogar Panik aus.

Besonders betroffen sind demnach wilde Tiere, die in einer Stadt leben. In Hamburg zum Beispiel Enten auf Gewässern oder Tauben im Park. „Aber auch Gänse, die auf einem Dorfteich schwimmen“, sagte Kinser. „Wird in ihrer unmittelbaren Nähe geknallt, schrecken sie auf und fliegen teilweise panisch weg, um sich einen neuen Unterschlupf zu suchen in Bereichen, in denen weniger geknallt wird.“

Silvester mit Tieren – das sollten Haustierbesitzer bedenken:

Nach dem Sprengstoffgesetz und der Sprengstoffverordnung ist es grundsätzlich verboten, Feuerwerkskörper in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen abzubrennen. Außerdem verbietet ein bundesweites Gesetz seit 2009 das Zünden von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Fachwerk- und reetgedeckten Häusern.

Damit ist nach Angaben der Polizei das Abbrennen von Feuerwerkskörpern unter anderem in Teilen der Lübecker Innenstadt praktisch verboten. Auch auf den nordfriesischen Inseln müssen Einheimische und Touristen wegen der vielen Reetdachhäuser an den meisten Orten auf Raketen und Böller verzichten.

In diesem Jahr ist es dem Experten zufolge nicht lebensbedrohlich für Tiere, wenn sie von der Knallerei aufgeschreckt werden. Grund dafür sei das milde Wetter, erklärte Kinser. Würden Spatz, Amsel und andere Gartenvögel bei einem knackig kalten Winter mit tiefen Minusgraden und verharschtem Schnee aufgescheucht, verbrauchten sie viel Energie.

Dies könne sogar tödlich für die Tiere enden. Andere Stadtbewohner wie Kaninchen verziehen sich einfach in ihre unterirdischen Bauten: „Dann sind sie weg.“ Und was ist mit Hirschen, Rehen und Bibern? „Wenn Wildtiere in Regionen leben, in denen sie üblicherweise vorkommen, haben sie keine großen Probleme“, berichtete Kinser. „Die Silvesterknallerei kommt in den Wäldern nicht wirklich an. Man hört das Donnergrollen in der Ferne, das ist für sie aber wie ein Gewitter, nichts, wovor sie panische Angst haben müssten.“

Feuerwerkskörper dürfen drei Tage vor der Silvesternacht gekauft und nur vom 31. Dezember ab 18 Uhr bis zum 1. Januar 1 Uhr abgebrannt werden.

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