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Schleswig-Holstein

14. Dezember 2017 | 05:50 Uhr

Wilde Müllkippen – Täter kaum gefasst

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

von
erstellt am 26.Feb.2017 | 15:23 Uhr

Gartenabfälle am Waldrand, Sperrmüll auf Parkplätzen und alte Autoreifen auf den Feldern: In Schleswig-Holstein sind wilde Müllkippen ein großes Problem. In Kiel lagen die Kosten für die Entsorgung zuletzt bei 166  000 Euro, in Lübeck bei 52  000 Euro und der Kreis Rendsburg-Eckernförde muss jährlich 25000 Euro aufwenden.


Müll in Naturschutzgebiet


Die Liste der Vergehen ist lang, zwei Beispiele: Vergangenen November warfen Umweltfrevler 200 Altreifen und zehn Kanister mit Altöl ins Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer bei Lübeck. Auf Feldwegen im Kreis Rendsburg-Eckernförde landeten unter anderem asbesthaltige Wellzementplatten, Dachpappe und Dämmwolle.

„Die meisten Kosten fallen bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle an“, sagt Martin Schmedtje, Sprecher des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Vergangenes Jahr rückten Mitarbeiter 73 Mal aus, um wilde Müllkippen zu beseitigen. „Hinzu kommen die Müll-Einsätze der Straßenmeistereien, die nicht gezählt werden.“

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel führt über die „wilde Abfall- und Sperrmüllentsorgung“ eine genaue Statistik. So wurden von August 2015 bis März 2016 im Stadtgebiet 1721 illegale Fälle erfasst. In den vergangenen sechs Jahren waren es über 8000. Fünfzig Prozent des Abfalls, überwiegend Sperrmüll, liegen in Gaarden-Ost und -Süd. Aber auch Stadtteile mit vielen Kleingärten stechen heraus, weil man sich dort seiner Gartenabfälle entledigt.


Anstieg um 40 000 Euro


„In Kiel sind die Entsorgungskosten um fast 40  000 Euro gestiegen“, sagt Barbara Müller vom Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel. Zahlen muss die Allgemeinheit. „Die Ermittlung der Verursacher durch sogenannte Mülldetektive ist gescheitert“, bilanziert Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Nun will die Stadt die Bußgelder verschärfen, da deren bisherige Höhe in Verbindung mit der geringen Aufklärungsrate „kaum abschreckend“ wirke. Außerdem verteilen City-Scouts Faltblätter mit Informationen in fünf Sprachen. Zum Beispiel: „Sperrgut, erst anmelden – dann rausstellen.“


630 wilde Müllkippen in Lübeck


Die Lübecker Verwaltung, die vergangenes Jahr 630 wilde Müllkippen beseitigte, betont: Die Polizei versucht, in jedem Einzelfall die Verursacher zu ermitteln. „Das gelingt aber meistens nicht“, gibt Stadtsprecherin Nicole Dorel zu. „Wir entsorgen den Müll möglichst umgehend, um einer Nachahmungswirkung entgegen zu treten.“ Immerhin wurden 133 der Umweltsünder erwischt und damit weit mehr, als in den Vorjahren. Sie zahlen insgesamt 3410 Euro an Buß- und Verwarngeldern.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde bemühe sich, durch ein engmaschiges Netz an Recyclinghöfen in Verbindung mit günstigen Gebühren einen Anreiz zu schaffen, Abfälle ordnungsgemäß zu beseitigen, wie Sprecher Schmedtje erklärt. „Gleichzeitig versucht die Polizei, durch Pressemeldungen die Verursacher zu ermitteln.“ Im vergangenen Jahr war das leider in neun von zehn Fällen nicht möglich, nur 1360 Euro Bußgeld kamen zusammen.


Sauberer Kreis Dithmarschen


Eine rühmliche Ausnahme spielt der Kreis Dithmarschen. In der ehemaligen „Bauernrepublik“ seien wilde Müllkippen selten, sagt Kreissprecherin Melanie Kaacksteen. Mit 47 Fällen hätten illegale Entsorgungen die Kreiskasse 2016 gerade mal mit 1790 Euro belastet. „Wir haben ein bürgerfreundliches Angebot für die Entsorgung, wer die nicht nutzt, dem fehlt es Einsicht.“ Und diese wird hart bestraft. 7750 Euro an Bußgeldern flossen in die Kasse.




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