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Flugplatz Hartenholm : „Werner Rennen“: „Brösel“ und „Holgi“ gehen 2018 wieder an den Start

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30 Jahre nach dem ersten Rennen gibt es eine Neuauflage. Die Veranstalter informieren über den Ticketverkauf.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 12:44 Uhr

Hartenholm | Mehr als 200.000 Menschen, massig Bölkstoff und ein kurzes Rennen. 1988 lösten Comiczeichner Rötger Feldmann alias Brösel und sein Kumpel Holger Henze (Holgi) in Schleswig-Holstein mit dem legendären „Werner“-Rennen auf dem Flugplatz Hartenholm große Begeisterung - und ein Verkehrschaos aus. 30 Jahre später wollen die beiden es wieder wissen. Vom 30. August bis 2. September planen sie die Neuauflage. Dann heißt es erneut: „Red-Porsche-Killer“ gegen Porsche 911. Am Freitag unterzeichneten Feldmann und Henze einen „Vertrach“ für die Revanche.

In Schleswig-Holstein sind „Werner“ und sein „Vater“ Brösel Kult - und Zitatgeber für den Alltag.

Irgendwann müsse es ja klappen, den Porsche abzuhängen. „Der Red-Porsche-Killer muss das schaffen“, sagte Feldmann. „Der hört sich zwar an wie ein kaputter Käfer, aber der geht ...“ Seine Motorrad-Eigenkonstruktion verfügt über vier Horex-Motoren mit je 40 PS. „Das ist ein wunderschöner Dragster.“ Rivale Henze gibt sich gelassen: „Bau mal Dein Moped schön zurecht, damit Du endlich mal gewinnst.“

Seinen Porsche will der Wirt für das Rennen mit einem neuen Motor ausstatten. „Die Rennversion wird 600 PS haben.“ Vor mehr als 200.000 „Werner“-Fans hatte Henze damit seinen Freund 1988 binnen weniger Sekunden geschlagen. Ein derartiges Ereignis hatte es in Schleswig-Holstein bis dato nicht gegeben. Die größtenteils motorisierten Zuschauer hatten die gesamte Region nördlich von Hamburg ins Chaos gestürzt. Die Fans hätten schon im Elbtunnel mit dem Feiern begonnen, weil es auf der A 7 nicht weiterging, erinnert sich Brösel.

Rund um den Flugplatz Hartenholm feierten sie ein Riesenfest mit Rockmusik, Zirkus und Auto-Stunts. Im Umkreis von fünf Kilometern waren Wiesen und Felder mit Autos, Motorrädern und Zelten belegt. 450.000 Liter Bier sollen damals geflossen, 600.000 Würstchen verspeist worden sein. Höhepunkt und Abschluss war Sonntagmittag „Das Rennen“ auf der Flugplatzrollbahn zwischen dem Motorrad des „Werner“-Zeichners und dem damals bereits 21 Jahre alten Porsche 911 des Kneipenwirts- „Holgi“ ließ seinen Freund damals klar hinter sich.

„Das ist bloß menschliches Versagen gewesen“, sagt Feldmann. „Ich habe einfach, anstatt den Schalthebel hochzuziehen, wo sich der erste Gang befindet, runtergetreten und habe den zweiten eingelegt.“ Sein Motorrad sei einfach neben dem Porsche hergerollt. Außerdem habe er vergeblich den vierten Gang gesucht. Noch immer gehen die Meinungen dazu auseinander: „Logisch hätte er ihn abgehängt“, ist sich Feldmanns Bruder Andi noch heute sicher. „Vielleicht war zuviel Bölkstoff im Spiel“, räumt Brösel ein. „Alles Ausreden“, kontert Henze.

2004 erfolgte eine Neuauflage auf dem Lausitzring vor 30.000 Zuschauern. „Da hat Rötger dreimal verloren“, sagt Henze. Während Holgi in seinem Porsche über die Strecke brauste, blieb Brösel aufgrund technischer Probleme jeweils nach wenigen Metern stehen.

Sein Mechaniker „Ölfuß“ („Drei Jahre habe ich an dem Motorrad gebastelt“) will das dieses Mal verhindern. Laut Brösels Bruder Andi sollen die Siegchancen dadurch steigen, dass die Maschine „auf den Körper meines Bruders besser angepasst wird“.

Am Samstag startet im Internet der Vorverkauf. „Das soll ein Mega-Event werden“, sagt Veranstalter Holger Hübner. Er rechnet bei der Neuauflage mit mindestens 35.000 Besuchern.

Auf dieser Karte sehen Sie, wo in SH der „Werner“-Erfinder seine Spuren hinterlassen hat:

Tickets gibt es ab dem 13. Mai 2017 ab 10 Uhr unter www.werner-rennen.de. Zu den ersten 10.000 „Blitzbucher-Karten“ gibt es ein limitiertes Rennen-T-Shirt gratis dazu.

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