Trickbetrüger : Wenn "Urlaubshelfer" Gauner sind...

Mitleid mit Hilfsbedürftigen lässt Touristen gerne zum Portemonnaie greifen. Doch Vorsicht vor Trickbetrügern.
Mitleid mit Hilfsbedürftigen lässt Touristen gerne zum Portemonnaie greifen. Doch Vorsicht vor Trickbetrügern.

Jedes Jahr wieder wird vor den Abzocker-Tricks am Urlaubsort gewarnt. Hier ein paar neue Maschen, auf die sich Touristen in diesem Sommer einstellen sollten.

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23. August 2009, 05:54 Uhr

Kiel | Zwischen Palmen und Strand haben die Abzocker viele Gesichter: Mal stellen sie sich als Fremdenführer vor, die ahnungslose Touristen für einen kleinen Obolus durch die Gegend führen und sich danach mit ein paar Euro nicht zufrieden geben, mal bieten sie zum Sonderpreis einen Parkplatz an und geben das Auto erst gegen eine großzügige Geldscheinspende wieder heraus. Die Warnungen vor Hütchenspielern und Bettlern sind aus Reiseführern nicht mehr wegzudenken, doch die Betrüger entwickeln immer neue Gauner-Maschen.
Trickbetrüger an der Tankstelle
Die Kroatien-Touristin legt drei Geldscheine zu je 100 Kunas auf den Tresen und öffnet ihr Portemonnaie, um das Kleingeld zu suchen. Währendessen greift der Tankwart nach den Banknoten und zählt sie. Als die Reisende die fehlenden Münzen auf den Tisch legt, holt der Tankwart die Geldscheine wieder hervor: "Frau, das reicht nicht!", stammelt er und zeigt auf zwei Scheine zu 100 Kunas. Wo der dritte Geldschein verschwunden ist, lässt sich nicht mehr feststellen - zufällig hat die Überwachungskamera der Tankstelle die Szene nicht gefilmt.
Betteln auf die Mitleidstour
Wer kann da schon "nein sagen"? Ein Einheimischer wirft sich auf den Boden und wimmert, eine zitternde Frau hält einen Zettel hin, auf dem sie von ihrem verstorbenen Mann und den acht Kindern, die sie zu versorgen hat, berichtet. Doch die Polizei warnt vor der Mitleidsmasche: "Dabei werden Unfälle oder Pannen vorgetäuscht und hilfsbereite Reisende bestohlen oder ausgeraubt", erklärt Harald Schmidt vom LKA Baden-Württemberg. Andere Ganoven stellen sich als Landsleute vor und berichten, dass ihnen ihr gesamtes Geld sowie die Ausweispapiere gestohlen oder geraubt wurden. Die vermeintlichen Diebstahlopfer bitten um etwas Bargeld für die Rückreise. Eine Rückzahlung in Deutschland stellen sie als "selbstverständlich" in Aussicht - doch sehen werden die großzügigen Geldverleiher keinen Cent.
Fingierte Geschwindigkeitskontrolle
Kaum ein Reisender möchte am Urlaubsort mit dem Gesetz in Konflikt kommen, und wenn sich doch einmal ein Polizist vor Touristen aufbaut, ist die Furcht groß. Vor allem in Osteuropa nutzen findige Betrüger die Obrigkeitshörigkeit deutscher Touristen aus - und verkleiden sich kurzerhand als Ordnungshüter. Nach Angaben des ADAC wurden in Bulgarien wiederholt Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen wegen angeblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen von der Straße gewunken und zu saftigen Geldstrafen verdonnert, die sofort fällig waren. Besondere Vorsicht ist in Zeiten der Schweinegrippe geboten: Möchtegern-Polizisten verlangen ein Attest von Reisenden, welches bescheinigt, dass sie nicht mit dem so genannten Schweinegrippevirus infiziert sind.

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