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Geschenke-Umtausch : Wenn sich das Christkind zu Weihnachten geirrt hat

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Ob der neue Pulli von Oma, die Jeans von der Tochter oder der Schnellkochtopf von der Tante – nicht alle Weihnachtsgeschenke müssen passen oder gefallen. shz.de zeigt, welche Rechte Sie beim Umtausch haben.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 08:16 Uhr

An diesem Freitag beginnt sie wieder: die Umtauschrallye. Nach dem Fest sind die Geschäfte oft genauso voll wie vorher. Viele Menschen haben zwischen den Feiertagen frei und nutzen die Zeit nicht nur, um die Gutscheine einzulösen, die unter dem Weihnachtsbaum lagen, sondern auch um Unpassendes umzutauschen: Omas neuen Pulli, der am Bauch spannt, die Hochwasser-Jeans der Tochter, das doppelt geschenkte Nintendo-Spiel oder den Schnellkochtopf, der an Weihnachten fast eine Ehekrise auslöste.

Umtausch im Laden

Was viele nicht wissen: So einfach ist das nicht mit dem Umtausch im Geschäft. Denn bei einwandfreier Ware haben Kunden grundsätzlich keinen Anspruch auf Umtausch. „Wenn man im Laden etwas kauft, gilt die Regel: Vertrag ist Vertrag“, sagt Edda Costello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dennoch kommen viele Händler ihren Kunden entgegen.

Manche Händler gewähren zum Beispiel einen Umtausch individuell auf Nachfrage. Dann sollten sich die Käufer die ausgehandelten Konditionen unbedingt aufschreiben lassen. Oder aber an der Kasse hängt ein Aushang mit den Umtauschregeln. Manchmal stehen die Konditionen für den Umtausch auch auf der Quittung – wie etwa die Rückgabefrist. Viele Geschäfte geben kein Geld zurück, sondern bieten Gutscheine an. Das muss der Kunde akzeptieren, wenn er das Präsent loswerden will.

Den Kassenzettel noch zur Hand zu haben, ist im Falle eines Umtauschs ohnehin hilfreich. Mit ihm kann man leichter beweisen, wann man die Ware gekauft hat. Hat man per Lastschrifteneinzug bezahlt, reicht der Kontoauszug. In jedem Fall bestimmt der Händler die Konditionen der Rückgabe. Er entscheidet, innerhalb welchen Zeitraums er die einwandfreie Ware zurücknimmt und ob das Preisetikett noch dran sein muss. 

Umtausch im Internet

Wieder andere Umtauschregeln gelten für Geschenke, die im Internet oder per Katalog bestellt worden sind. Im Online- und Versandhandel gilt grundsätzlich das Fernabsatzrecht mit einer Widerrufsfrist von 14 Tagen. Denn Bestellkunden sollen, wie Ladenkunden auch, die Möglichkeit haben, das Produkt in den Händen zu halten. Wenn es ihnen dann nicht gefällt, können sie es zurücksenden.

Selbst für einen nach eigenen Wünschen zusammengestellten PC aus dem Internet gilt dieses Widerrufsrecht. Denn die Computerteile können wieder leicht voneinander getrennt werden, befand der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 295/01). Dagegen gilt das Widerrufsrecht nicht bei verderblicher Ware oder entsiegelten CDs. Wenn das Widerrufsrecht in Anspruch genommen wird, trägt grundsätzlich der Händler die Kosten für die Rücksendung. Bei einem Warenwert von unter 40 Euro kann der Händler aber dem Kunden diese Kosten beispielsweise in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen übertragen.

Umtausch bei Defekt

Und wenn die neuen Lautsprecher stumm bleiben oder der Römertopf einen Sprung hat? Dann gilt für alle Produkte, ob sie im Internet bestellt oder im Handel erworben wurden, das Gleiche: Der Händler muss die Ware reparieren, noch einmal liefern, den Kaufpreis mindern oder bei erheblichen Mängeln den Kaufpreis erstatten. In den ersten sechs Monaten kann der Kunde problemlos reklamieren. Danach muss er beweisen, dass der Defekt der Ware schon bei Erhalt bestand. Ansprüche wegen Mängeln verjähren nach zwei Jahren. Am besten sollte eine Reklamation schriftlich erfolgen.

 

Wegtauschen statt umtauschen

Auf Plattformen wie „tauschticket“ lässt sich das unliebsame Geschenk  gegen Sinnvolleres tauschen. Nach dem Motto: „Schickst Du mir Deinen Römertopf, kriegst Du meine Wok-Pfanne“. Nach diesem Prinzip funktioniert der Tauschreigen. Geld darf nicht verlangt werden. Findet sich auch hier kein Abnehmer, geht wirklich nur noch weiterverschenken oder im Schrank versenken.

 

Weihnachtsgeschenke im Internet verkaufen

Wer ungeliebte Geschenke bei eBay und Co. weiterverkauft, tritt am besten als Privatperson auf. Denn private Verkäufer müssen, anders als gewerbliche Händler, dem Käufer kein Widerrufsrecht einräumen und keine gesetzliche Gewährleistung übernehmen.

Wichtig: Die Artikelbeschreibung darf auch bei privaten Verkäufern keine falschen Angaben enthalten, etwa zum Zustand der Ware. Außerdem sollten private wie gewerbliche Verkäufer darauf achten, mit ihren Angeboten keine Urheber- und Markenrechte zu verletzen. Die Texte und Bilder zu den Artikeln erstellt man daher am besten immer selbst und kopiert sie nicht einfach irgendwo im Netz, etwa von anderen Shopping-Portalen.

Plagiate, etwa von teuren Markenprodukten, dürfen im Internet auch von Privatpersonen nicht weiterverkauft werden, auch nicht mit scheinbar sicheren Formulierungen wie „im Rolex-Stil“. Um bei Versteigerungen im Netz als Privatperson aufzutreten, reicht ein entsprechender Hinweis im Angebotstext. Wichtig ist den Angaben nach außerdem folgender Satz: „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft.“

 
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