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Schleswig-Holstein

24. Oktober 2017 | 12:15 Uhr

Wenn Altes verschwindet

vom

Architekturfotografien von Arnold Lühning in Friedrichstadt zu sehen

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Friedrichstadt | Kein anderer Volkskundler hat in Schleswig-Holstein eine solche öffentliche Wirksamkeit entfaltet wie Prof. Dr. Arnold Lühning (1923-2002), der von 1957 bis 1988 Kustos für Volkskunde am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte war. Landesweit bekannt wurde er durch die "Volkskundliche Landesaufnahme", ein systematisches wissenschaftliches Dokumentationsprojekt zur historischen Sachkultur, das weit über Schleswig-Holstein hinaus Anerkennung fand und vorbildhaft wirkte.

Zwischen 1958 und 1988 hat Lühning auf über 40 000 Fotografien die tief greifenden Veränderungen des Landes in den Jahrzehnten nach dem Krieg festgehalten. Dabei verstand er sich als Erforscher einer "tradierten volkstümlichen Sachkultur des vorindustriellen Zeitalters, dessen letzte Ausläufer bis in unsere Gegenwart hineinreichen".

Seit den 1960er-Jahren war der ländliche Baubestand einem zunehmenden Veränderungsdruck ausgesetzt. Umbauten und Modernisierungen steigerten zwar den Komfort, der Charakter der historischen Häuser ging jedoch vielfach verloren. Lühning registrierte aufmerksam das Vordringen von Wellblech, Eternit und Hohlblocksteinen, er dokumentierte die neuen Panoramafenster und die vermauerten Dielentore. Sein Thema war nicht diese moderne Zeit - sein Thema war das Alte, das verloren ging.

Dem Förderverein Landschaft Stapelholm ist es gelungen, diese Ausstellung für vier Wochen nach Friedrichstadt zu holen. Gezeigt werden die Bilder in der Ehemaligen Synagoge, Werkstags von 13 - 17 Uhr; Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17.00 Uhr (Mittwoch geschlossen).

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