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Kriminalstatistik 2016 : Weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr in SH

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Die Zahl der Einbrüche ist zurückgegangen. Doch die Polizei mahnt weiter zur Vorsicht.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2016 | 15:34 Uhr

Kiel | Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Schleswig-Holstein ist nach Polizeiangaben im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Wie das Landeskriminalamt und das Landespolizeiamt am Freitag berichteten, wurden von Januar bis November 6051 Fälle gezählt, Einbruchsversuche eingeschlossen. Im gleichen Vorjahreszeitraum seien es 7514 gewesen.

788 Einbrüche im November waren 442 weniger als im gleichen Vorjahresmonat und 170 Taten mehr als im Oktober dieses Jahres. „Die Tatbelastung in der dunklen Jahreszeit ist spürbar angestiegen“, kommentierte Kriminaldirektor Rainer Bretsch, der im LKA für die landesweite Bekämpfung dieser Kriminalitätsform zuständig ist.

Besonders betroffen sei der Hamburger Rand. In den Kreisen Stormarn, Pinneberg und Segeberg habe sich die Zahl der Einbrüche im November gegenüber Oktober um fast 75 Prozent erhöht. In Teilen der Kreise Stormarn und Segeberg sei deshalb verfügt worden, dass die Polizei dort Personen kurz anhalten und Fahrzeuge einschließlich der Kofferräume und Ladeflächen in Augenschein nehmen darf.

„Im Vergleich zum Vorjahr ist die festgestellte Tendenz nach wie vor erfreulich“, sagte Bretsch. „Wir müssen aber auch feststellen, dass sich die Täter die besonderen Tatgelegenheiten in der dunklen Jahreszeit verstärkt zunutze machen.“ Die Bürger sollten wachsam sein und sofort die 110 wählen, wenn sie etwas Verdächtiges beobachten.

Wie viele Einbrüche gab es 2015?

Im Jahr 2015 wurden bundesweit mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche polizeilich registriert - ein Anstieg um rund 10 Prozent.

Wann, wie und wo finden Einbrüche statt?

Nicht in der Nacht, sondern am hellen Tag passieren die meisten Einbrüche. Die Täter suchen sich leicht zu erreichende Fenster und Fenstertüren und brechen mehrheitlich zwischen 10 und 18 Uhr ein. Die Stadtstaaten sind besonders stark betroffen: Bremer werden mehr als zehnmal so oft Opfer eines Einbruchs wie Thüringer.

Was hindert Einbrecher daran, in die Wohnung zu gelangen?

Bei 42,7 Prozent der versuchten Einbrüche gaben die Diebe erfolglos auf. Meist versuchen sie höchstens fünf Minuten lang, eine Wohnung zu knacken. Einbruchhemmende, abschließbare Türen und Fenster, solide Beschläge und Schließzylinder tragen dazu bei, die Wohnung sicherer zu machen. Die Sicherheitsbranche verzeichnete daher 2015 Zuwächse in allen Bereichen, mit 7,4 Prozent mehr Umsatz bei Alarmanlagen und 5,1 Prozent mehr bei Videoüberwachung als im Vorjahr.

Wie viel wird gestohlen?

Die Versicherungen ersetzten 2015 nach eigenen Angaben Schäden in durchschnittlicher Höhe von etwa 3300 Euro.

Wer sind die Einbrecher?

Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus derselben Gemeinde. 85 Prozent sind Männer, oft zwischen 30 und 40 Jahre alt. Etwa 40 Prozent sind Ausländer, am häufigsten Serben und Rumänen. Die Aufklärungsquote ist allerdings im Verhältnis zu anderen Verbrechen sehr gering. Nur in 15,2 Prozent der Fälle kann die Polizei einen Täter ermitteln.

Was sind die Konsequenzen eines Einbruchs?

Eine der gravierendsten Folgen ist die gefühlte Unsicherheit und Hilflosigkeit in den eigenen vier Wänden. Fast jeder zweite Betroffene berichtet davon. Das Bedürfnis der Opfer nach Gerechtigkeit kann die Justiz allerdings nur selten stillen. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen wird nur in 2,6 Prozent der Fälle der Täter auch verurteilt.

 
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