Skandal um Sexuelle Belästigung : „Weißer Ring“ in Lübeck: Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Polizisten

Beim Weißen Ring gab es zuletzt immer mehr Anzeigen wegen Belästigungsvorwürfen.
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Beim Weißen Ring gab es zuletzt immer mehr Anzeigen wegen Belästigungsvorwürfen.

Der Beamte soll ein mutmaßliches Opfer von einer Anzeige abgebracht haben, als die Frau sich auf der Wache meldete.

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13. April 2018, 18:15 Uhr

Lübeck | Im Zusammenhang mit Belästigungsvorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Weißen Rings prüft die Staatsanwaltschaft Lübeck jetzt auch Ermittlungen gegen einen Polizisten aus Lübeck. Das bestätigte Behördensprecherin Ulla Hingst am Freitag. Die Staatsanwaltschaft sei durch eine Anfrage des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ auf den Vorgang aufmerksam geworden und prüfe nun, ob ein Anfangsverdacht einer Straftat vorliege, sagte Hingst.

Wie das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe (16/2018) berichtet, will ein mutmaßliches Opfer schon im Herbst 2016 auf einer Lübecker Polizeiwache gemeldet haben, dass sich der damalige Leiter des „Weißen Rings“ in Lübeck vor ihr entblößt habe.

 

Sie habe deshalb Anzeige erstatten wollen. Doch der Polizeibeamte habe sie davon abgebracht, weil Aussage gegen Aussage stehe und der Beschuldigte, ein früherer Polizist, sie wegen Verleumdung verklagen könnte.

Der Staatsanwaltschaft ermittelt nach Angaben ihrer Sprecherin inzwischen in zehn Fällen gegen den ehemaligen Mitarbeiter des „Weißen Rings“ wegen sexueller Belästigung und Nötigung. Insgesamt lägen 20 Anzeigen gegen ihn vor. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.

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