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Weinlese 2014 : Weinland Schleswig-Holstein: Edle Tropfen aus dem Norden

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Wein aus SH? Das klingt schräg. Fünf Betriebe beweisen seit 2009 das Gegenteil. 2013 wurden bereits 20.000 Liter gewonnen.

Westensee | Wein und das raue Schleswig-Holstein, das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Auf den zweiten allerdings schon. In diesen Tagen machen sich die Betriebe im Land daran, mit der Weinlese zu beginnen. Einige haben sie bereits abgeschlossen.

Dazu gehört Gutsbesitzer Sven von Hedemann-Heespen vom Gut Deutsch-Nienhof bei Westensee. Am Samstag hat er mit 30 Freunden und Bekannten seinen zwei Hektar großen Weinberg  abgeerntet. Rund 3500 Kilogramm der süßen Trauben hat er bei der diesjährigen Lese gewonnen.

Henning Bähnke-Haffmanns hilft bei der Weinlese.
Henning Bähnke-Haffmanns hilft bei der Weinlese. Foto: Gut Deutsch-Nienhof
 

Der fertige Wein wird auf dem Hof verkauft. Das Motto für das regionale Produkt steht für Hedemann-Heespen fest: „Klasse statt Masse.“

Richtig los ging es am Westensee mit dem Weinanbau erst 2013. „Seit 2002 hatten wir eine Versuchsanlage“, sagt von Hedemann-Heespen. „Den Weinberg haben wir vor vier Jahren angelegt.“ 2014 konnte die erste richtige Lese stattfinden. Ob er mit dem Ertrag zufrieden ist, kann der Gutsbesitzer nicht sagen. Dazu fehlen im Vergleichszahlen. „Wir sind am Anfang und die Erfahrung wird es zeigen“, gibt er sich optimistisch.

Auf einer zwei Hektar großen Fläche werden auf dem Gut Deutsch-Nienhof drei verschiedene Weinsorten angebaut.
Auf einer zwei Hektar großen Fläche werden auf dem Gut Deutsch-Nienhof drei verschiedene Weinsorten angebaut. Foto: Gut Deutsch-Nienhof

Solaris, Rondo und Cabernet Cortis: Diese drei Sorten werden auf Gut Deutsch-Nienhof angebaut. Die Wahl für diese Trauben hat einen einfachen Grund: „Es sind pilzresistente Sorten, die sich bereits im nördlichen Europa, etwa in Dänemark, bewährt haben.“ Diese Sorten werden wegen ihrer Widerstandskraft und Resistenz gegen Mehltau häufig in Schleswig-Holstein angebaut.

Neben Gut Deutsch-Nienhof gibt es vier weitere Anbauorte. Dazu gehören der Ingenhof in Malkwitz, Hof Altmühlen bei Grebin sowie die Nordseeinseln Sylt und Föhr. Insgesamt wird auf zehn Hektar Wein angebaut. Drei davon gehören zum Beispiel zum Ingenhof, wo genau wie auf Sylt am Wochenende die Lese beginnt.

„Wie schmeckt das?", mögen sich weinliebende Skeptiker fragen. Jan Carstens, Betreiber des Ingenhofes, hat Antworten. „Der Weißwein Solaris ist ein fruchtiger Sommerwein, der gut zu Fisch oder Pastagerichten passt." Der Rotwein Cabernet Cortis entwickle einen kräftigen Brombeergeschmack.  Seine heimischen Weine haben bereits bekannte  Abnehmer gefunden: „Wir beliefern die Staatskanzlei in Kiel."

Aber wie kam es überhaupt dazu? Da Weinanbaukontingente geregelt sind, konnte SH nicht einfach mit dem Pflanzen beginnen. Als weinbauinteressierte Schleswig-Holsteiner bei ihrer Landesregierung anfragten, bat sie Rheinland-Pfalz um Abtretung ungenutzter Pflanzrechte. 2009 wurden die ersten Rebstöcke in norddeutschen Boden eingesetzt. Die erste Lese fand 2010 statt. 2013 gab es insgesamt 20.000 Liter vom Wein made in SH.

Wer jetzt Lust bekommen hat, seinen eigenen Wein zu keltern, kann tatsächlich loslegen. Bis zu 99 Rebstöcke darf man sich in seinen Garten pflanzen – ganz ohne Genehmigung.

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erstellt am 26.Sep.2014 | 19:59 Uhr

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