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Tipps der Polizei : Weihnachtsmärkte - ein Fest für Taschendiebe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein und Hamburg locken Tausende von Besuchern an - und Taschendiebe.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2015 | 18:14 Uhr

Es ist dunkel, laut und überall herrscht dichtes Gedränge – Weihnachtsmärkte sind für Taschendiebe ein regelrechtes Paradies. Sie rempeln die Opfer an, greifen ihnen von hinten in die Hose oder schnappen sich in einem unaufmerksamen Moment die Handtasche. Oft geht es so schnell, dass der Diebstahl nicht einmal bemerkt wird. Und wenn, dann ist es längst zu spät.

Zu keiner anderen Zeit im Jahr wird so viel geklaut wie im Advent. Das bestätigt auch Anett Dittmer von der Polizeidirektion Lübeck. „Wir haben in der Weihnachtszeit deutlich mehr Taschendiebstähle als sonst“, sagt die Pressesprecherin. Einen Trend zu mehr Diebstählen kann sie hingegen nicht feststellen – im Gegenteil: „Es ist eher so, dass die Zahl leicht zu sinken scheint.“ Während im vergangenen Jahr in den ersten zwei Wochen schon zehn Taschendiebstähle registriert wurden, sind es in diesem Jahr erst sechs Fälle.

Insgesamt scheint der Trend der Taschendiebstähle in Schleswig-Holstein jedoch zu steigen. Laut Kriminalstatistik wurden 2014 2615 Taschendiebstähle registriert – gut 1000 Fälle mehr als im Jahr 2005. Wie viele der Täter tatsächlich auf Weihnachtsmärkten zugeschlagen haben, lässt sich dabei nicht sagen, weil die Fälle in der Statistik nicht gesondert erfasst werden.

Das Problem ist auch Jürgen Börner vom Landespolizeiamt bekannt – jedoch sieht er den Grund nicht speziell in der Weihnachtszeit. „Die Gefahr von Taschendiebstählen ist bei großen Menschenansammlungen immer hoch“, sagt Pressesprecher Jürgen Börner vom Landespolizeiamt.

Die Langfinger lauerten nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt selbst, sondern auch in Geschäften drumherum oder in den Bussen, mit denen die Besucher sich auf den Heimweg machen. Hier seien die Opfer oft „unaufmerksam und vom Punsch etwas angedüselt“ – keine gute Kombination, um den Dieben zu entwischen. Er rät Männern, Geldbörsen nicht in der Hinter-, sondern lieber in der Vordertasche der Hose oder einem Innenfach mit Reißverschluss zu verstauen und Frauen, ihre Handtaschen unter dem Arm oder vor dem Bauch zu tragen.

Egal ob im Gedränge zwischen den Punschbuden oder beim Stöbern im Laden – bei der Tat herrscht unter den Taschendieben regelrechte Arbeitsteilung. „Die Täter arbeiten meist in Gruppen von drei bis fünf Leuten“, weiß Börner. Während einer das Opfer anrempelt, fasst ein anderer in den Mantel oder schneidet die Tasche auf. Dann nimmt er Geld oder Wertgegenstände heraus und reicht es an einen weiteren Täter, der dann schnell damit in der Menge verschwindet. Das Opfer habe deshalb kaum eine Chance, den Diebstahl rechtzeitig zu bemerken.

In anderen Fällen beobachten die Diebe die Opfer vorher. Wird die Geldbörse dann einen Moment abgelegt, zum Beispiel zum Bezahlen, schnappen sie unbemerkt zu. Um es den Betrügern möglichst schwer zu machen, setzt die Polizei in Lübeck in der Adventszeit gesonderte „Weihnachtsstreifen“ ein, die sich auf den Märkten und in der Umgebung umsehen. Dittmer: „Sie können dann auf ungewöhnliche Dinge achten oder Besucher darauf ansprechen, wenn sie ihre Portemonnaies sichtbar am Körper tragen oder die Handtaschen unbeaufsichtigt lassen.“

Wo es die schönsten Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt, sehen Sie auf unserer interaktiven Karte:

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