Geschenke kaufen : Weihnachtsgeschäft: So zufrieden sind Schleswig-Holsteins Einzelhändler

Dritter Advent, der Endspurt naht: Die Händler im Norden ziehen eine Zwischenbilanz.

Margret Kiosz von
16. Dezember 2017, 11:34 Uhr

Dort, wo das dicke Geld sitzt, wird auch zum Fest tiefer in die Tasche gegriffen. Die Bayern geben im Schnitt 495 Euro für Geschenke aus, die Schleswig-Holsteiner und Niedersachsen liegen mit 440 Euro 25 Euro unter dem Bundesschnitt (465 Euro). Das ergab jetzt eine Umfrage der Hochschule für Ökonomie und Management in Essen. Insgesamt bleibt das Budget für Weihnachtsgeschenke damit aber im dritten Jahr in Folge auf konstant hohem Niveau und die Einzelhändler bleiben zuversichtlich.

„Das Weihnachtsgeschäft ist schon im November gut angelaufen“, berichtet Mareike Petersen vom Handelsverband Nord in Kiel. „Weil Weihnachten auf den 4. Advent fällt und damit praktisch eine Adventswoche fehlt, wurde früher mit dem Geschenkekauf begonnen“. Die zweite Adventswoche verlief zwar etwas verhalten, wie eine Umfrage in Schleswig-Holsteins Städten ergab. „Doch jetzt hoffen alle auf den großen Schlussspurt,“ sagt Petersen mit Blick auf den heutigen umsatzstärksten Tag im Jahr. „Hauptsache Petrus spielt mit, denn nasskaltes Wetter lockt niemanden vom Sofa.“

Weihnachtsmärkte sind Innenstadt-Magnet

Der Kieler Weihnachtsmarkt.
Kiel-Marketing, Kai Kokott
Der Kieler Weihnachtsmarkt.
 

Ein Loblied singt die Verbandsgeschäftsführerin auf die Weihnachtsmärkte, weil die mit ihrer festlichen Stimmung viele Menschen in die Innenstädte ziehen. Das von der Branche angepeilte Umsatzwachstum von rund drei Prozent dürfte zu schaffen sein, damit werden dann bundesweit rund 94 Milliarden Euro in den Kassen klingeln.

Zwar kaufen die Bundesbürger ihre Weihnachtsgeschenke grundsätzlich nach wie vor lieber im Laden, doch das Internet holt kräftig auf. Davon profitieren vor allem große Online-Player wie Amazon und Zalando sowie umsatzstarke Einzelhandelsketten wie Media Markt, die neben den klassischen Ladengeschäften auch Online-Shops aufgebaut haben. „Doch bei uns haben auch etliche kleine Anbieter reagiert und verkaufen online“, berichtet Petersen. Eine Spaltung zwischen Groß und Klein sieht sie nicht. „Fachgeschäfte in guter Lage und mit gutem Angebot haben in den Städten ihren Platz im Weihnachtsgeschäft.“

Beliebteste Geschenke

Und was wird gekauft? Bücher, einst Spitzenreiter unterm Tannenbaum, haben an Attraktivität verloren. Gutscheine, Spielwaren, Bekleidung und Veranstaltungstickets aus dem Internet – das sind in diesem Jahr die Renner. „Insgesamt werden die Deutschen Bargeld im Wert von 3,5 Milliarden Euro verschenken“, erklärt GFK-Chef Wolfgang Adlwarth. Deshalb wird sich das große „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ an der Ladentür auch bis nach Neujahr fortsetzen. Männer zahlen übrigens im Schnitt 28 Euro mehr für Geschenke als Frauen. Der Grund: Die meisten werden erst in den letzten zehn Tagen vor Weihnachten aktiv. Kurz vor dem Fest haben sie dann kaum noch Zeit, Preise zu vergleichen oder nach Alternativen zu suchen.

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