Ausnahme in SH : Wegen Hitze: Polizisten dürfen Dienstmützen abnehmen

Der Landespolizeidirektor Joachim Gutt hat den Polizisten freigestellt, ob sie die Dienstmütze tragen oder nicht.

shz.de von
31. Juli 2018, 20:49 Uhr

Kiel | Polizisten in Schleswig-Holstein dürfen wegen der Hitze derzeit ihre Dienstmützen abnehmen. Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, hat der Landespolizeidirektor Joachim Gutt den Beamten per Rundschreiben freigestellt, ob sie die Mütze tragen oder nicht. Die Polizisten sollten dabei dem Schreiben nach „in Abwägung zum jeweiligen Einsatzzweck (Eigensicherung, Amtsautorität) entscheiden,  ob sie oder er bei diesen Extrembedingungen die Dienstmütze trägt oder nicht.“

Rechtliche Debatten, ob das Nichttragen der Dienstmütze ein Pflichtverstoß gegen den polizeiinternen Polizeierlass sei, bezeichnet Gutt in dem Schreiben, das den Kieler Nachrichten vorliegt, als „vollkommen überflüssig und einfach nur lästig. Polizeibeamte haben tagtäglich ganz andere Entscheidungen zu treffen als die des Aufsetzens oder Nichtaufsetzens einer Dienstmütze.“

In der vergangenen Woche hatte es Kritik an den Mützen gegeben: Ihr Kunstlederbezug heize sich bei dem Wetter stark auf. Bei Temperaturen von mehr als 25 Grad würden die Luftlöcher nicht mehr ausreichen. Betroffene Beamte, vor allem aber die Interessenvertretungen, hatten deutliche Kritik an der Kappe formuliert.

Die Polizei stellt ihren Beschäftigten aufgrund der Hitze zudem landesweit gekühltes Wasser zur Verfügung und ermöglicht vorübergehend flexiblere Arbeitszeiten Für Joachim Gutt war dies eine der letzten Amtshandlungen als Chef der Landespolizei. Am 1. August übernimmt Michael Wilksen als neuer Landespolizeidirektor die Geschäfte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen