Weg frei für die Haselmaus

Haselmaus unter Schutz. Foto: dpa
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Haselmaus unter Schutz. Foto: dpa

Das Entwicklungsvorhaben "Holsteiner Lebensraumkorridore" startet Segeberger Knickinitiative

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01. September 2011, 07:28 Uhr

Bad Segeberg | Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat zusammen mit ihren Partnern im Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Holsteiner Lebensraumkorridore" eine Reihe von Lebensräumen rund um die Grünbrücke Kiebitzholm aufgewertet und miteinander verbunden. Nun wird die nächste Etappe der Wiedervernetzungsinitiative gestartet: Mit der Segeberger Knickinitiative soll die Knicklandschaft zwischen

A 21 und dem Segeberger Forst in ihrer Verbundfunktion für Waldarten gestärkt werden. Ziel ist, dass sich Haselmaus, Hirsch und Co. wieder ausbreiten können und den sicheren Weg über die Grünbrücke finden.

"Die Knicklandschaft ist in dieser Region sehr lückig geworden, darunter leidet ihre Lebensraumfunktion für besonders anspruchsvolle Arten", sagt Dr. Björn Schulz, Projektmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, "die Europa weit geschützte Haselmaus zum Beispiel sieht eine größere Knicklücke schon als Ausbreitungshindernis an, weil sie von Ast zu Ast klettert und nur ungern über den Boden läuft."

"Für uns Landwirte ist das eine echte win-win-Situa-

tion", erklärt Mario Elwers, Landwirt aus Negernbötel und erster Partner der Knickinitiative, "wir müssen lediglich die Pflanzungen in den bestehenden Knicklücken zulassen, die Kosten übernimmt das Projekt. Dafür bekommen wir eine hochwertigere Knicklandschaft. Und das ist nicht zuletzt auch gut für die Brennholzversorgung." Der vom Projekt beauftragte Knickmanager Wolfgang Heigelmann ergänzt: "Damit der Verbund eines Tages gut funktioniert, brauchen wir aber weitere Partner. Deshalb würden wir gern mit allen Knickeigentümern zwischen Wahlstedt, Negernbötel und Rickling unverbindliche Gespräche führen."

Übergreifendes Ziel des Projektes "Holsteiner Lebenskorridore" ist es, nicht nur die Knicks, sondern den gesamten Naturraum rund um die Grünbrücke Kiebitzholm über die A 21 für Pflanzen und Tiere attraktiver zu machen. Dabei sollen ihre nur noch vereinzelt, voneinander isoliert vorkommenden Bestände wieder miteinander verbunden werden.

Autobahnen und Bundesstraßen trennen Lebensräume und stellen für Tiere und Pflanzen oft unüberwindbare Barrieren dar. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Projektträgerin der "Holsteiner Lebensraumkorridore" will mit Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Deutschem Jagdschutzverband, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, Wildpark Eekholt sowie dem Institut Natur- und Ressourcenschutz der Universität Kiel neue Freiräume für Tiere und Pflanzen schaffen und nimmt bundesweit erstmalig die großräumige Wiedervernetzung von Naturschutzflächen über eine Grünbrücke hinweg in Angriff. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. www.lebensraumkorridore.de

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