Benefiz-Veranstaltung : „Wattolümpiade 2018“: Schlammiges Wochenende in Brunsbüttel

Wattolümpiade

Die Wattolümpiade ist eine schlammige Angelegenheit.

Schlickschlittenrennen, Wattfußball und Wolliball: Im Elbschlick messen sich zahlreiche Teams im sportlichen Wettbewerb.

shz.de von
21. Juli 2018, 15:21 Uhr

Brunsbüttel | Auch die Wettergötter lieben die „Mud Olympics“: Rund 400 Freizeit-Sportler haben sich am Sonnabend bei strahlendem Sonnenschein bei der „Wattolümpiade 2018“ im Schlick ausgetobt. Angefeuert von Hunderten Besuchern schwitzten sie bei Schlammschlachten in der schleswig-holsteinischen Elbmündung bei skurrilen Sportarten wie Wattfußball, Watthandball, Wolliball und Schlickschlittenrennen.

Watt
Karsten Schröder

Die 32 Teams kamen unter anderem aus Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kamen nach Brunsbüttel.

 

Vier Stunden Zeit bis die Flut kommt

Die 32 Teams kamen unter anderem aus Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu dem schrägen Turnier. Die weiteste Anreise hatte eine Mannschaft aus Tschechiens Hauptstadt Prag. Auch diese Schlamm-Sportler kamen für ein gerade einmal vierstündiges Spektakel nach Schleswig-Holstein: Länger dauerte die Wattolümpiade nicht, weil danach die Flut die „Wattkampf“-Arena wieder überschwemmte und das Turnier beendete.

Zahlreiche Zuschauer hatten sich am Watt versammelt, um das Spektakel zu sehen.
Karsten Schröder

Zahlreiche Zuschauer hatten sich am Watt versammelt, um das Spektakel zu sehen.

Ausgefallene Teamnamen und Kostüme

Um ihr Vergnügen zu verlängern, machten die „Schlamm-Sportler“ schon den Einlauf der Nationen zu einem ausgelassenen Spektakel. So traten die Teams nicht nur unter ausgefallenen Namen an wie „Modderhead“, „Wtt'n Bagger", „Watt für Helden", „Wattpupser", oder „Dreckschlam(m)pen".

Sie präsentierten sich ihren Fans auch in fantasievollen Kostümen und aufwendigem Equipment. Sie schleppten eine Meter große gelbe Schwimmente mit, schwitzten unter einem künstlichen Zebrafell, tänzelten im Leoparden-Kostüm oder zottelten als Höhlenmenschen: Alles ist erlaubt, Hauptsache, es macht Spaß, lautet das Motto.

Die zahlreichen Fans und Besucher auf dem Deich haben Garten- oder Campingstühle dabei. Sie labten sich unter der brennenden Sonne an kühlen Getränken, genossen Fischbrötchen, Bratwurst und Pizza. Dabei feuerten sie heftig die Wattleten an, die sich wenige Meter unter ihnen im zähen und knietiefen Schlick der Elbmündung auspowerten. In dem wabbeligen Watt wurde jeder einzelne Schritt von einem schmatzenden Geräusch begleitet, und jeder Bauchklatscher im Modder von der Menge begeistert bejubelt.

Maximal 40 Teams können an dem matschigen Wettkampf teilnehmen.
dpa

Maximal 40 Teams können an dem matschigen Wettkampf teilnehmen.

Erfolgreiches Benefiz-Event

Seit 2004 kämpfen Wattsportler aus zahlreichen Länder im knietiefen Elbschlick in „traditionellen"Küstensportarten um Ruhm und Ehre. Die Wattölümpiade gilt nach Angaben der Veranstalter zu den erfolgreichsten Benefiz-Events der Republik. Der sportliche Wettkampf trägt sich wieder komplett durch Sponsoren, so dass sämtliche Eintritts- und Startgelder als Spende weitergegeben werden können.

Unter dem Motto „schmutziger Sport für eine saubere Sache" wurden bislang mehr als 330.000 Euro gesammelt. Das Geld kommt Krebspatienten in der Region zugute.

Die Brunsbütteler Wattolümpiade hat sich in Deutschland einen Ruf als kreatives Medienspektakel erarbeitet: Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter der „Deutsche Tourismuspreis 2005", belegen das, sagte Wettkampfleiter Oliver Kumbartzky.

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