Wildschweine, Erreger, Symptome : Was Sie über die Afrikanische Schweinepest wissen sollten

<p>Wildschweine stellen ein hohes Risiko für die schnelle Verbreitung des Virus dar.</p>

Wildschweine stellen ein hohes Risiko für die schnelle Verbreitung des Virus dar.

Deutsche Landwirte fürchten die Schweinepest. Was hat es mit der Krankheit auf sich?

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12. Januar 2018, 17:07 Uhr

Der Deutsche Bauernverband rechnet mit katastrophalen Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft, sollte die Afrikanische Schweinepest (ASP) sich auch in Deutschland ausbreiten. Am Freitag beraten Gesundheitsexperten, Politiker und Vertreter der Landwirtschaft bei einem Gipfeltreffen in Kiel über mögliche Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest.

Was ist über die Schweinepest bekannt?
  • Sie breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum gen Westen aus.
  • Betroffene Tiere erleiden innerhalb kurzer Zeit einen qualvollen Tod.
  • Die Afrikanische Schweinepest ist nicht auf den Menschen und Hunde übertragbar.
  • Es gibt kein Gegenmittel und keine Medikamente.
  • Der Verzehr von betroffenem Fleisch ist nicht gefährlich.
Krankheitssymptome beim Schwein
  • anhaltendes hohes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • allgemeine Schwäche
  • Atembeschwerden
  • Rötungen und Verfärbungen der Haut insbesondere im Bereich der Ohren, des Schwanzes, der unteren Extremitäten sowie im Unterbauchbereich
  • blutiger Durchfall

Je nach Virusform können die Symptome sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Einige Tiere sterben innerhalb weniger Tage, ohne zuvor charakteristische Krankheitssymptome gezeigt zu haben.

Konsequenzen einer Ausbreitung

Verbreitet sich die Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland, sind neben den im wahrsten Sinne des Wortes tierischen Verlusten auch schwere wirtschaftliche Konsequenzen zu befürchten. Der Exporthandel von Schweinefleisch würde im Ausland keine Abnehmer mehr finden. Das würde zu einem extremen Überangebot hierzulande führen und die Preise für Schweinefleisch in den Keller treiben. Besonders für kleine Bauernbetriebe würde ein Ausbruch das Aus bedeuten, erklärte Bauernverbands-Chef Werner Schwarz.

Insgesamt leben in Schleswig-Holstein in 900 Betrieben fast 1,5 Millionen Schweine - rund 679.900 von ihnen leben in Mastbetrieben.

Verbreitung

Nach dem ersten Eintrag in Georgien 2007 konnte man eine Ausbreitung nach Nordwesten Richtung Russland beobachten. Seit Anfang 2014 ist der Erreger an der Ostgrenze der EU angekommen. Im letzten Jahr drang der Virus bis in den Osten Tschechiens und nach Polen in die Region um Warschau vor.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

Die Karte zeigt die gemeldeten Vorkommen des Virus bis zum 19. Dezember 2017. Die farbigen Regionen sind nach ihrem Risikoniveau unterschiedlich markiert: Gebiete in denen sowohl Schweinebetriebe als auch Wildschweinpopulationen (orange) und in denen lediglich Wildschweinpopulationen (rosa) betroffen sind, oder Gebiete in denen sich das Risiko aus einer gewissen Nähe zur infizierten Wildschweinpopulation ergibt (gelb).

Was ist jetzt zu tun?

Der Deutsche Bauernverband schlägt folgende Präventions-Maßnahmen vor:

  • Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine in Deutschland: Auch die Tötung von Muttertieren und Frischlingen müsse erlaubt werden
  • Schonzeiten (Februar bis Mitte Juni) für Wildschweine aufheben
  • Schwarzwild(Wildschwein)-Monitoring ausweiten
  • Bereitstellung von ausreichend Finanzmitteln für die Prävention
  • Aufwandsentschädigung für Probeentnahmen und Untersuchung bei Jagdwild
  • konsequente Müllentsorgung entlang der Verkehrswege
  • Sensibilisierung von Reisenden, Fernfahrern: kein Schweinefleisch aus den betroffenen Ländern mitbringen und wegwerfen

Die drastische Forderung der starken Reduktion des Wildbestandes unterstützte auch der Virologe Thomas Mettenleiter im Interview mit dem Deutschlandfunk: „Es ist dringend angezeigt, dieses Übermaß an Wildschweinen, das wir in Deutschland haben, zu reduzieren“. 

Jedoch räumt der Bauernverband auch ein, dass der Markt für Wildschweinfleisch nahezu zusammengebrochen ist. Die Jäger blicken einer so starken Reduzierung des Wildschweinbestands skeptisch entgehen. Sie hätten jetzt schon Mühe den Bestand halten zu können, sagt Hans-Albrecht Hewicker vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein.

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