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Sichtungen im Kreis Ostholstein : Was machen Googles Kamera-Fahrzeuge auf den Straßen in SH?

vom

Nahezu alle Kreise und Städte in Schleswig-Holstein bekommen bis November Besuch von den Google-Autos.

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erstellt am 20.Sep.2017 | 11:52 Uhr

Neustadt in Holstein/Grömitz | Kommt Googles Kartendienst „Street View“ jetzt doch klammheimlich nach Schleswig-Holstein? Derzeit gibt es auf Facebook Fotos und Berichte über Kamera-Fahrzeuge des Unternehmens, die durch Schleswig-Holstein fahren. Zuletzt wurden Nutzer aus dem Kreis Ostholstein auf die Google-Autos aufmerksam. „Google is watching you“ schrieb ein Mitglied aus der Gruppe „Neustadt in Holstein und Umgebung“ am Montag. Dazu postete er ein Foto einer Straße in Grömitz:

Foto: Screenshot/Facebook

Darauf ist das grün-weiße Google-Fahrzeug mit seiner Kamera sehr genau zu erkennen. Die 360-Grad-Kameras sind über ein Gestell auf dem Dach montiert. Am oberen Ende sitzt das runde, blaue Kamera-Gehäuse. Auch direkt in der Kleinstadt Neustadt entstehen Fotos, die auf Facebook geteilt werden:

Foto: Screenshot/Facebook

„Hier in Neustadt!! Lach“, schreibt eine Nutzerin. Die Verwunderung ist groß, denn der US-Konzern hat die Aufnahmen für seinen Kartendienst „Street View“ in Deutschland aufgrund von Bürgerprotesten und dem deutschen Datenschutzrecht gestoppt. Auf Nachfrage von shz.de klärt Google-Sprecher Robert Lehmann auf: „Es handelt sich um reguläre Fahrten, um das Google Maps Kartenmaterial aktuell zu halten.“

Die Aufnahmen werden also nicht genutzt, um sie anschließend umfänglich als 3-D-Umgebung in „Street View“ zu veröffentlichen. Die Pläne dafür ruhen. „Wir haben derzeit keine Pläne, neues Bildmaterial von deutschen Straßen in 'Street View' verfügbar zu machen. Wir würden gerne aktualisieren, aber deutsche Datenschutzbestimmungen verhindern das leider“, sagt Lehmann. Die jetzigen Kamerafahrten dienen einer Mitteilung von Google dazu, „Straßennamen und -schilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte“ zu erfassen. Das teilte das Unternehmen auf seinem Blog mit. Und weiter: „Bei den jetzt angekündigten Fahrten nutzen wir das Bildmaterial aber nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen.“

2011 hatte der Suchmaschinendienst bekannt gegeben, „Street View“ in Deutschland nicht weiter auszuweiten. Nur die bereits erfassten größten Städte waren bis dahin in „Street View“ integriert worden. Auf einer Seite konnten die Bürger Anträge einreichen, durch die ihre Adresse unkenntlich gemacht werden sollte. Auch durch die anhaltende Kritik von Politikern und Verbrauchern stoppte Google das Projekt.

Die Street-View-Abdeckung in Norddeutschland:

Foto: Screenshot/Google
 

Google-Sprecher Robert Lehmann weist darauf hin, dass auch andere Regionen in Schleswig-Holstein derzeit von den Google-Fahrzeugen  bis November dieses Jahres besucht werden.

Diese Kreise in Schleswig-Holstein steuert das Unternehmen an:

  • Dithmarschen
  • Lauenburg
  • Nordfriesland
  • Ostholstein
  • Pinneberg
  • Plön
  • Rendsburg-Eckernförde
  • Schleswig-Flensburg
  • Segeberg
  • Steinburg
  • Kiel
  • Stormarn
  • Lübeck
  • Flensburg
  • Neumünster

Einzig der Kreis Herzogtum-Lauenburg ist also kein aktuelles Ziel für die Aufnahmen. Die Kamerafahrten finden bundesweit statt. Über den Zeitplan, welche Regionen wann abgefahren werden, informiert Google hier.

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