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Kündigungsschutz und Lohnerhöhungen : Warnstreik in Postbank-Filialen in Schleswig-Holstein und MV

vom

Während der Streiks am Freitag und Samstag kann es dazu kommen, dass auch Post-Filialen schließen müssen.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 11:33 Uhr

Kiel | In Norddeutschland sollen am Freitag und Samstag erneut zahlreiche Postbankfilialen geschlossen bleiben. Wie Frank Schischefsky, Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Donnerstag sagte, sind alle Postbank-Beschäftigten aufgerufen, sich an dem bundesweiten Warnstreik zu beteiligen. Damit solle Forderungen nach höheren Löhnen und besserem Kündigungsschutz Nachdruck verliehen werden. Die Tarifverhandlungen für rund die rund 18.000 Beschäftigten bei Postbank, Postbank Filialvertrieb AG sowie Tochterunternehmen waren im September ergebnislos abgebrochen worden.

Nach Verdi-Angaben sind in Schleswig-Holstein 42, in Mecklenburg-Vorpommern 14 und in Hamburg 24 Postbankfilialen mit zusammen etwa 500 Beschäftigten betroffen. Allerdings sei davon auszugehen, dass nicht alle am Warnstreik teilnehmen, da in den beiden westlichen Bundesländern häufig Beamte im Einsatz sind, hieß es.

Verdi machte jedoch darauf aufmerksam, dass es vielerorts auch zu erheblichen Einschränkungen bei der Ausgabe und Entgegennahme von Postsendungen kommen werde. Schon bei dem punktuellen Warnstreik Mitte September waren unter anderem in Schwerin und Rostock die Filialen komplett geschlossen geblieben, so dass zwei Tage lang die Postdienstleistungen ebenfalls nicht in Anspruch genommen werden konnten. Auf die Postzustellung habe der Warnstreik aber keine Auswirkungen, sagte Schischefsky.

Hauptgrund für den Warnstreik sei das mangelhafte Angebot der Arbeitgeber zum tariflichen Kündigungsschutz. Dieser solle lediglich bis Mitte 2019 gelten und damit in einer Phase auslaufen, in der die Gewerkschaft ein hohes Risiko für Arbeitsplatzabbau sehe. „Wir wollen die Beschäftigten für die Phase der Integration von Postbank und Deutscher Bank schützen“, erklärte Schischefsky. Zudem könne das bisherige Angebot zur Gehaltssteigerung nicht einmal die Inflation ausgleichen und bedeute damit einen Reallohnverlust.

Verdi fordert in der aktuellen Tarifrunde 5 Prozent mehr Gehalt und eine deutliche Erhöhung der Auszubildendenvergütung.„Viele tausend Postbankbeschäftigte sehen den Fusionsprozess mit Sorge um ihre Existenz und Zukunft“, sagte Ira Gloe-Semler von Verdi Hamburg. Eine tarifliche Zusage zur Arbeitsplatzsicherheit dürfe daher nicht schon im Jahr 2019 enden, der Kündigungsausschluss müsse bis ins Jahr 2022 reichen. „Wenn da nichts passiert, riskiert der Postbankkonzern einen unbefristeten Dauerstreik“, sagte Gloe-Semler.

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