Vorsicht vor den Marderhunden

Schädlinge aus dem Osten: Die beiden Marderhunde wurden im Norden des Kreises Schleswig-Flensburg erlegt. Foto: LJ
Schädlinge aus dem Osten: Die beiden Marderhunde wurden im Norden des Kreises Schleswig-Flensburg erlegt. Foto: LJ

Fachleute sind alarmiert: Sie befürchten, dass der Marderhund angekommen ist. Das aus Russland zugewanderte Tier gilt als gefährlicher Überträger von Krankheiten.

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24. Januar 2009, 11:32 Uhr

Sillerup | "Jetzt haben diese Tiere den deutsch-dänischen Grenzraum erreicht. Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge", kommentierte Hans-Wilhelm Schlüter, Kreisjägermeister im Kreis Schleswig-Flensburg, den Abschuss zweier Marderhunde in Sillerup. In den vergangenen Jahren seien allerdings schon vereinzelt Tiere im Raum Gelting zur Strecke gebracht worden und bei Meggerdorf sei ein Tier auch überfahren worden. Bis auf den Uhu, der in der Lage sei, ein Jungtier zu fangen, gebe es im hiesigen Raum keine natürlichen Feinde für Marderhunde - ebenso wenig wie für Waschbären, die ebenfalls in den hiesigen Raum vordrängen.

Es war eine routinemäßige "Jagdliche Bau Kontrolle", die Udo Thomsen, Peter Johannsen und Georg Harms vom Jagdbezirk Sillerup durchführten. Zu solch einer Bau- Kontrolle holen sie den Jagdkollegen Michael Hoffmann aus Lüngerau hinzu, denn nur er hat die dafür abgerichteten Jagdhunde, zwei Deutsche Jagdterrier, die er selbst ausgebildet hat. In der so genannten "Kindscher Heide", nahe den alten Bundeswehr-Bunkern in Süderland, gibt es mehrere Naturbauten. Vor einem dieser Bunker nahm der Jagdterrier "Lex" Witterung auf und Michael Hoffmann schickte ihn in den Bau, da er einen Fuchs vermutete. Die Rückkehr des Hundes dauerte den Jägern zu lange, und das Gebell wurde immer leiser. Sie spürten den Hund mit einem Bau-Ortungsgerät auf und gruben ihn aus. Da staunten die vier Männer nicht schlecht. Lex lag vor einem Marderhund. Mit einem Fanggerät hinderten die Jäger das Tier an der Flucht und erlegten es. Jagdterrier Lex ließ sich aber immer noch nicht beruhigen und spürte einen zweiten Marderhund in einem Nebengang auf. Auch dieser wurde von den Jägern zur Strecke gebracht.
"Und nun kommt auch noch dieser Räuber"

"Diese Aktion hat sich über vier Stunden hingezogen schilderte Michael Hoffmann, der den allgemeinen Artenrückgang schützenswerter Tiere beklagte, was nicht zuletzt von der einseitigen Bewirtschaftung der Felder durch die Landwirtschaft herrühre, so Hoffmann. "Und nun kommt auch noch dieser Räuber, der durch sein langsameres Jagen und seinen guten Spürsinn, alles was da kreucht und fleucht erwischt".

"In diesem Bau wohnte im Sommer noch ein Dachs", berichtete Peter Johannsen. Wenn der Marderhund einen Fuchs- oder Dachsbau besetzt hat, kommen diese nie wieder in ihren Bau zurück, denn wenn der Marderhundrüde Fraß herbei holt, bewacht das weibliche Tier die Jungen.
Aas, Getreide und Mais gehören auf den Speisezettel des Marderhundes

Der Marderhund ernährt sich von Kleintieren wie Regenwurm, Vögeln, Mäusen über das Niederwild bis zu Rehkitzen. Sogar Schafe greift er bisweilen an. Aas, aber auch Getreide und Mais gehören ebenso auf seinen Speisezettel. "Nun ist es gewiss", meinte Georg Harms, der den Angriff auf Schafe im Januar 2008 noch nicht diesen Räubern zuordnen konnte. "Es hätte vielleicht auch ein alter, schwächerer Dachs gewesen sein können, der in den Schafen eine leichte Beute sah", so Harms. Dies sei aber eher untypisch.

Das es noch weitere Marderhunde auch in den umliegenden Jagdrevieren gibt, darüber sind sich die Waidmänner nach dieser Strecke einig. Die Silleruper Jäger werden mit Michael Hoffmann und seinen Deutschen Jagdterriern in Zukunft in dem 1600 Hektar großen Silleruper Jagdrevier intensivere Bau-Kontrollen durchführen.

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