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Schleswig-Holstein : Vorsicht Pollenflug – Die Saison beginnt

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Ein Jucken in Nase und Augen beweist: Die Pollen fliegen wieder. Reinhard Wachter analysiert Pollen-Messungen aus SH.

Der Frühling steht vor der Tür. Die Freude darüber hält sich bei einigen Menschen jedoch in Grenzen. Frühling bedeutet für viele Schleswig-Holsteiner vor allem eines: Pollenalarm. „Das Wetter vor Monaten beeinflusste bereits die Blütenbildung“, erklärt Dr. Reinhard Wachter. Der Aeropalynologe (Erforscher von Pollen) analysiert seit Jahren anhand von verschiedenen Messstellen in Deutschland den Pollenflug. Der im Weser-Emsland wohnhafte Forscher betreibt die Homepage pollenflug-nord.de, die über den aktuellen Pollenflug informiert. 

Als Pollen bezeichnet man das Erbgut einer Pflanze. Durch Wind verteilen sich Pollen in der Luft und führen bei einigen Menschen zu einer Pollenallergie. Die Pollen von Frühblühern wie Hasel, Birke und Erlen lösen dabei am häufigsten eine allergische Reaktion aus. Besonders weit fliegen Pollen bei trockenem, warmen Wetter und günstigem Wind. Unter diesen Wetterbedingungen können Pollen bis zu 200 Kilometer zurücklegen.

Die zentrale Frage bei der Pollen-Vorhersage sei immer, wann das Wetter es zulässt, dass die Pollen freigesetzt werden, sagt Dr. Wachter. Besonders milde Temperaturen beschleunigen die Baumblüte – jedoch sei die Thematik zu komplex, um sichere Vorhersagen treffen zu können. Seine Messungen gehen teilweise bis zu dreißig Jahre zurück und erlauben daher jedoch grobe Einschätzungen.

Für Allergiker ist vor allem die Konzentration der Birken-Pollen interessant, da diese laut dem Aeropalynologen die am häufigsten vorkommende Polle ist. Bei den langjährigen Messungen hat sich gezeigt, dass der Höhepunkt der Birken-Pollen in ganz Deutschland durchschnittlich am 22. April erreicht wird. Generell sei Schleswig-Holstein im Vergleich zu den anderen Bundesländern aber später vom Pollenflug betroffen. „Das Wetter im Norden Deutschlands wird erst ein bis zwei Wochen später blütenfreundlich“, erklärt Reinhard Wachter. Nach dem Höhepunkt der Birken-Pollen ist die Pollensaison aber noch längst nicht vorbei: Von April bis September folgt der Graspollenflug. Der Höhepunkt wird hierbei durchschnittlich im Juni oder Juli erreicht.

Seine Daten erhält der Pollen-Forscher von unterschiedlichen Messstellen im ganzen Land. Auf Sylt, in Flensburg, Kiel, Aukrug und Reinbek bei Hamburg wird mindestens einmal pro Woche der Pollengehalt in der Luft gemessen. Die Insel Sylt sticht unter den Mess-Standort in Schleswig-Holstein besonders hervor. „Auf Sylt ist meistens wenig los. Wenn der Wind von der See kommt, ist die Pollenkonzentration dort nur gering“, erklärt Dr. Wachter. Bundesweit werden Pollen-Messungen an über 40 Messstellen erhoben.

Wenn die Pollenkonzentration in der Luft einen bestimmten Schwellenwert übersteigt, die je nach Pflanzenart unterschiedlich ist, kommt es bei Allergikern zu einer allergischen Reaktion. Bei Roggenpollen reichen bereits sechs Pollen pro Kubikmeter Luft, während der Schwellenwert bei Gräsern bei 30 Pollen liegt.

Pollen führen bei Allergikern zu einer Reizung an Augen, in der Nase und den Bronchien. Betroffene leiden unter verschiedenen Beschwerden: Augentränen, Augenjucken, Niesreiz, Husten und eine verstopfte Nase sind nur einige des Symptome.

Reinhard Wachter ist selbst Pollenallergiker. Wenn seine Augen von Gräsern oder Birke unangenehm jucken, greift er gerne zu außerschulmedizinischen Mitteln. Er empfiehlt das Kauen von Entdeckelungswachs, der beim Imker erhältlich ist. Um den Symptomen entgegenzuwirken, kaut Wachter morgens einen Teelöffel Wachs und spuckt den Rest nach 5-10 Minuten aus. „Danach hat man den ganzen Tag seine Ruhe“, sagt der Pollen-Forscher an.

Die Pollenflugzeiten variieren je nach Witterungsverhältnissen von Jahr zu Jahr. Deshalb gilt für Allergiker, sich regelmäßig über den aktuellen Pollenflug zu informieren.

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erstellt am 16.03.2015 | 09:30 Uhr

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