Schultheaterwettbewerb : Von Schiller bis Büchner: Viel Theater auf Schulbühnen

Ging unter die Haut: Ausschnitt aus 'Blaubart - Hoffnung der Frauen' mit Viktor Nilsson als Heinrich. Foto: Pohl
Ging unter die Haut: Ausschnitt aus "Blaubart - Hoffnung der Frauen" mit Viktor Nilsson als Heinrich. Foto: Pohl

Preisverleihung beim zehnten Schultheaterwettbewerb der Pogge-van-Ranken-Stiftung

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22. Juni 2012, 06:20 Uhr

Flensburg | Von Husum bis nach Sonderburg reichte das Einsatzgebiet der Juroren in diesem Schuljahr. Bereits zum zehnten Mal hatte die Pogge-van-Ranken-Stiftung ihren Schultheaterwettbewerb ausgelobt, an dem sich diesmal ein gutes Dutzend Schulen beteiligt hatten. Die Qualität der eingereichten Produktionen war erneut sehr hoch, und die Jury musste lange mit sich ringen, um zu einem Ergebnis zu gelangen.

Stiftungsvorstand Carsten Ribbrock lobte in der voll besetzen Theaterschule Flensburg die Schüler für ihre Leistungen auf der Bühne und ausdrücklich auch die sie betreuenden Lehrer, die mit großem Engagement qualitätsvolles Theater auf die Schulbühnen bringen.

Ein Beispiel dafür war der Auszug aus dem Stück "Blaubart - Hoffnung der Frauen", den die Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig präsentierten. Der Monolog des Hauptdarstellers Viktor Nilsson hatte professionelles Niveau, ging unter die Haut und hinterließ erneut bewegte Juroren und Schauspielkollegen - Chapeau! Seit Jahren bringen die jungen Schauspieler aus Apenrade, angeleitet von ihrem Lehrer Jürgen Schultze, hervorragende Leistungen; für den "Blaubart" gab es in diesem Jahr den 3. Preis in der Kategorie Schauspiel Oberstufe, die diesmal besonders stark vertreten war.

Einen weiteren 3. Preis erhielt die Theodor-Storm-Schule Husum für ihre moderne Version des Bühnen-Klassikers "Leonce und Lena" von Georg Büchner. Die Husumer waren erstmals beim Wettbewerb dabei - anders als die Domschule Schleswig, die mit ihren von Karl-Heinz Einsle geleiteten Gruppen und AGs von Beginn an dabei sind. Für eine ebenso mutige wie kreative Adaption von Schillers "Räuber" gab es diesmal den 2. Preis. Den 1. Preis gewann in diesem Jahr der Theaterkurs des 12. Jahrgangs der Flensburger Fridtjof-Nansen-Schule mit einer kompakten, dafür sehr intensiven Bühnenfassung des kontroversen Romans "Nichts" von Janne Teller. Darin geht es um den Konflikt zwischen Individuum und Gruppe, aber auch um die Kernfrage, was im Leben eigentlich Sinn macht.

Bei den jüngeren Schülern der Klassen 5 bis 10 erreichte die Bruno-Lorenzen-Schule in Schleswig mit dem Stück "Das Kartenhaus" den 3. Preis. Platz 2 sicherte sich die Deutsche Privatschule Sonderburg mit "Und sie dreht sich doch!" Den 1. Preis gewann auch in dieser Kategorie die Fridtjof-Nansen-Schule mit dem Jugendstück "Fürchtet Euch nicht - oder doch?"

Das Musiktheater war diesmal weniger stark vertreten als in den Vorjahren. Die Lornsenschule Schleswig belegte mit ihrem Abba-Musical "Donna & die drei Dynamos" den 3. Platz. Erneut auf dem Treppchen landete die von Martin Grosser seit Jahren erfolgreich geleitete Musical-Truppe des Alten Gymnasiums mit der Produktion "Die wilder 80er" - wie immer mit schuleigener Band. Auf Platz 1 kam ein unkonventionelles Stück, eine Kombination aus Konzert und Theater, mit dem die Freie Waldorfschule die Jury überzeugte. "Fukushima / Wie im Himmel" war diese Produktion betitelt.

Die tolle Sängerin Lena Mahrt bereicherte mit ihren Songs zur Gitarre die Preisverleihung und erhielt zurecht viel Applaus.

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