Von Duborg-Skolen auf die Bühne: "Ludwig Van" steht in den Startlöchern

Spielen am 18. März im Volksbad: Pascal Flor, Jesper Jacobsen, Hinnerk Brunk und Lennart Dose.
Spielen am 18. März im Volksbad: Pascal Flor, Jesper Jacobsen, Hinnerk Brunk und Lennart Dose.

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16. Februar 2011, 03:59 Uhr

flensburg | Was kostet die Welt? Die vier Flensburger Jungs der Band "Ludwig Van" wollen dies ergründen, so scheint es. Denn sie sind dort zu Hause, wohin es sie gerade verschlägt. So versteht sich auch der Titel ihres Debütalbums "Home Is Where Your House Is". Und Zuhause - das sind im Moment sogar vier Städte. Drei, weil sie dort leben: Berlin, Kopenhagen und Aarhus, und eine, weil sie dort herkommen: Flensburg.

Wenn man "Ludwig Van" in eine musikalische Schublade stecken möchte, dann wäre es Indie, sagen die Jungs. Beeinflusst ist aber jedes der Bandmitglieder von einer anderen Musikrichtung. Ob Reggae, Jazz, Rock, Funk oder Soul - Inspiration gibt es genug, man muss sie nur sortieren. "Manchmal gibt es Entscheidungen zu fällen, bei denen sich nicht alle einig sind", sagt der 23-jährige Jesper Jacobsen. So lerne man, Freundschaft und Arbeit zu trennen: "Die Band ist so was wie unsere Firma." Und diese Firma bringt nun ihr erstes Produkt auf den Markt: 13 Songs zeigen die Entwicklung der Band von vier Schülern der Duborg-Skolen - dem dänischen Gymnasium in Flensburg - bis hin zu jungen Erwachsenen Anfang zwanzig, die es in die Welt hinaus gezogen hat. Auf der CD finden sich Lieder aus der gesamten Bandgeschichte - also auch aus den Anfängen vor fünf Jahren. "Ludwig Van" haben ihre Songs immer wieder überarbeitet. Ob sie noch immer dahinter stehen? "Mehr als zuvor. Wir haben viel Zeit investiert", sagt Schlagzeuger Hinnerk Brunk bestimmt. "Das sind wir, das ist Ludwig Van", unterstreicht Keyboarder Lennart Dose.

Um weiter zu kommen, zog es sie 2008 aus dem hohen Norden in die Hauptstadt Berlin. "Man muss da hin, wo das Leben tobt, wenn man sich in der Musikbranche behaupten will", erklärt Jesper. "Und man darf nicht schlafen." Ein Jahr lang haben sie ihre Fühler ausgestreckt und Kontakte geknüpft, in einer großen WG in Berlin zusammengewohnt und sich dabei sehr gut kennen gelernt. Dann verschlug die Suche nach Neuem Jesper, Hinnerk und Lennart - als Mitglieder der dänischen Minderheit - nach Dänemark. Die Stellung in Berlin hält Bassist Pascal "Passi" Flor.

Mehr als 200 Konzerte in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz haben sie gespielt. Standen als Vorband von Jennifer Rostock und den Trashmonkeys auf der Bühne. Im Jahre 2009 gab es mit dem "John Lennon Talent Award" die erste Auszeichnung. Abgehoben sind sie deshalb noch lange nicht - im Gegenteil: Sie haben gelernt, vorsichtig zu sein. "In der Musikbranche ist nichts sicher. Jeder verspricht dir irgendwas", sagt Hinnerk. "Erst, wenn das Resultat sichtbar ist, wissen wirs." Und das Resultat ist nun sicht- und vor allem hörbar. Ab Mitte März steht es in den Läden. Und danach geht es auch direkt auf Tour. "Ich werde langsam nervös", gesteht Jesper, "aber endlich fängt die Maschinerie an zu laufen. Das ist schon befriedigend." Auch Hinnerk zeigt sich stolz über den Erfolg: "Es ist gut, dass es endlich los geht und wir einen Schlussstrich unter die alten Sachen ziehen können. Jetzt ist es offiziell."

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