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Welttierschutztag 2014 : Vom Schweinswal bis zur Grauammer: Diese Tiere sind in SH bedroht

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Der Heilige Franz von Assisi gilt als erster Tierschützer der Welt. Deswegen gibt es seit 1950 an seinem Todestag, dem 4. Oktober, den Welttierschutztag. shz.de wirft einen Blick auf bedrohte Arten in Schleswig-Holstein.

Wer einen Schwarzmilan oder eine Grauammer in Schleswig-Holstein in der freien Wildbahn erleben möchte, muss die Tiere lange suchen. Nicht nur diese beiden Vögel sind im Land vom Aussterben bedroht. Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober stellt shz.de einige bedrohte Arten vor.

Trauerseeschwalbe

Vom Aussterben bedroht: die Trauerseeschwalbe Foto: Nabu
Vor 30 Jahren brüteten 800 Paare im Land. Foto: Nabu
 

Wirft man einen Blick auf die Population, trägt die Trauerseeschwalbe ihren Namen im Moment zu Recht. Vor 30 Jahren brüteten 800 Paare in SH. Heute sind es nur noch 18, die in Eiderstedt ihre Küken zur Welt bringen. Der Zugvogel steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Der Lebensraum der Vögel hat sich durch die Ackerwirtschaft verändert. Die Erde wird früher entwässert, dadurch finden die Schwalben keine Nahrung mehr.

Schmetterlinge

Er soll nach Nordfriesland kommen: der Goldene Scheckenfalter.
Er soll nach Nordfriesland kommen: der Goldene Scheckenfalter. Foto: dpa
 

Vom Aussterben bedroht ist der Lungenenzian-Ameisenbläuling. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten zerstört seinen Lebensraum. Der Goldene Scheckenfalter ist bereits ausgestorben, wird aber im Rahmen eines Projektes der Stiftung Naturschutz zurzeit wieder angesiedelt. Die Kosten betragen über 3 Millionen Euro. In Nordfriesland wurden dafür 18 Hektar Wald abgeholzt, um dem Falter einen idealen Lebensraum zu bieten. Die Aktion ist nicht unumstritten.

Schwarzmilan

So einen jungen Schwarzmilan sieht man in Schleswig-Holstein nur noch selten.
So einen jungen Schwarzmilan sieht man in Schleswig-Holstein nur noch selten. Foto: Wirth

Bis zu 50 Paare brüteten nach Angaben von Ornithologen bis vor wenigen Jahrzehnten noch im Land. Heute ist der Schwarzmilan nahezu ausgestorben, was allerdings auch an Bestandsschwankungen liegt. Nur noch ein bis zwei Paare dieses Greifvogels leben hier.

Schweinswal

Der Lebensraum der Schweinswale ist bedroht.
Der Lebensraum der Schweinswale ist bedroht. Foto: Solvin Zankl/Greenpeace

Es gibt nur einen einzigen Wal in der Ostsee: den Schweinswal. Die bis zu 1,60 Meter langen Tiere sind sehr scheu, aber manchmal kann man sie in der Eckernförder Bucht oder der Kieler Förde sehen. Die Stellnetzfischerei, die Überfischung der Meere und vor allem Munitionssprengungen und Bauarbeiten von Offshore-Windparks gefährden die Meeressäuger. Die Tiere brauchen ihr Gehör zum Jagen, zur Orientierung und Kommunikation. Bei Unterwasserdetonationen kann das Gehör zerstört werden - und die Tiere sterben.

Weitere vom Aussterben bedrohte Säugetiere sind der Fischotter und die Kleine Bartfledermaus.

Grauammer

In Schleswig-Holstein leben nur noch 30 Grauammer-Paare.
In Schleswig-Holstein leben nur noch 30 Grauammer-Paare. Foto: imago/Blickwinkel
 

Den Gesang der Grauammer hört man kaum noch. Früher war der Vogel auf landwirtschaftlichen Flächen weit verbreitet und dort eine der häufigsten Vogelarten. Mittlerweile lebt er nur noch auf Sylt. Der Singvogel brütet auf dem Boden. Durch die Zunahme der landwirtschaftlichen Nutzung hat ihr Bestand daher abgenommen. Heute gibt es noch um die 30 Brutpaare. Im Vergleich zu den 70er Jahren ist die Anzahl der Tiere um 60 Prozent zurückgegangen.

Es gibt allerdings auch gute Nachrichten aus der schleswig-holsteinischen Tierwelt. Einige Populationen haben sich mittlerweile erholt.

Seeadler

Ausgewachsene Seeadler haben eine Flügelspannweite von rund zwei Metern.
Ausgewachsene Seeadler haben eine Flügelspannweite von rund zwei Metern. Foto: dpa

Der Raubvogel war zeitweise fast ganz aus Schleswig-Holstein verschwunden. Das lag zum einen an der Verfolgung durch den Menschen. Zum Anderen waren Pestizide die Ursache. Die Chemikalien weichten die Eierschalen auf, die dadurch leichter kaputt gingen. Lebten in den 1970er Jahren nur zwei bis drei Paare im Land, hat der König der Lüfte den Himmel über SH zurück erobert. Heute brüten 70 bis 80 Paare im Norden.

Laubfrosch

Der Laubfrosch bevorzugt offene, sonnige Gewässer.
Der Laubfrosch bevorzugt offene, sonnige Gewässer. Foto: hfr
 

Bei den Amphibien gibt es ebenfalls gute Nachrichten. Der Laubfrosch zieht wieder vermehrt nach Schleswig-Holstein um. Er braucht flache Gewässer zum Laichen, aber auch kleine Hecken und Sträucher. Durch Wiederherstellung dieser benötigten Lebensräume siedeln sich Laubfrösche wieder an. „Das zeigt: Wenn man sich kümmert, kann man etwas erreichen", sagt Ingo Ludwichowsk vom (Nabu).

Das Bundesnaturschutzgesetz stuft den Laubfrosch als „streng geschützt“ ein. Das bedeutet, dass er nicht gefangen, verletzt oder getötet werden darf. Auf der Roten Liste Schleswig-Holsteins ist er als gefährdet eingestuft.

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erstellt am 03.Okt.2014 | 19:38 Uhr

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