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Zwei Schwerverletzte : Wintereinbruch im April: Zahlreiche Glätteunfälle in SH und Hamburg

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An zahlreichen Orten im Norden hat es gekracht. Auch am Mittwoch kann es noch glatt auf den Straßen werden.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 19:45 Uhr

Lübeck/Hamburg | Bei Auffahr- und Glätteunfällen auf Autobahnen im Norden sind am Dienstag zwei Menschen schwer verletzt worden. Besonders gefordert waren die Einsatzkräfte bei Lübeck, wo ein Lkw auf der A226 unter einer Eisenbahnbrücke in ein Stauende fuhr, in Brand geriet und die beiden Verletzten geborgen werden mussten.

In Schleswig-Holstein verwandelten die Kälte-Kapriolen nicht nur auf der A23 die nassen Fahrbahnen vormittags zur Rutschbahn. Hagelschauer und Glätte lösten auch auf der A1 und A21 Unfälle aus. Am Morgen war nur auf einigen Autobahnen gestreut worden - etwa auf der A1 und der A21 im Bereich Bad Oldesloe, wie ein Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums sagte. Dagegen seien Streudienste auf der A23 und A7 nicht im Einsatz gewesen. Entscheidend für die Planung von Streueinsätzen seien die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Vorabend. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr habe keine Hinweise gehabt, die Einsätze als notwendig erscheinen ließen.

Der DWD hatte nach Angaben eines Meteorologen am Montagabend leichten Frost für die kommenden Nächte vorhergesagt - und: „Vor allem auf Brücken und Nebenstrecken besteht Glättegefahr durch Schneematsch und gefrierende Nässe.“ Dies sei Dienstagfrüh als „Straßenwetter-Hinweis“ wiederholt worden, sagte Michael Bauditz vom DWD der Deutschen Presse-Agentur.

Der Wetterdienst hielt seine Prognosen für die Bundesländer aufrecht, wonach in den kommenden Nächten verbreitet mit leichtem Frost bis minus 3 Grad, in Bodennähe bis minus 5 Grad zu rechnen ist. Er warnte am Dienstag erneut vor „Glättegefahr durch überfrierende Nässe“. Vorsorglich brachte die Hamburger Stadtreinigung ihren Winterdienst für die Nacht zum Mittwoch zum „hoffentlich letzten Mal!“ in „volle Einsatzbereitschaft“, wie sie auf Twitter mitteilte.

Turbulent ging es am Dienstag in mancher Einsatzstelle der Polizei zu. Die Situation im Einzelnen:

Hamburg

„Heute ist alles zusammengekommen“, seufzte eine Polizeisprecherin. Um 6.30 Uhr stellten die Beamten gelöste gelbe Fahrbahnmarkierungen vor dem Elbtunnel fest, die sofort bis 8.15 Uhr erneuert wurden. Im Tunnel ereigneten sich Unfälle, bei denen laut Feuerwehr niemand verletzt wurde. In Röhre zwei und drei seien mehrere Wagen zusammengestoßen, teilte die Verkehrsbehörde mit. Daraufhin bildeten sich in Nord- und Südrichtung Staus auf jeweils 20 Kilometern Länge. Richtung Norden konnte nur die Röhre eins mit zwei Fahrspuren genutzt werden, in Richtung Süden war nach einer vorübergehenden Komplettsperrung zunächst nur eine Spur frei. Röhre vier ist wegen Sanierungsarbeiten ohnehin bis Freitag gesperrt.

Lübeck

Auf der A226 fuhr ein mit Kies beladener Lastwagen auf ein Auto auf, das durch den Aufprall auf die Überholspur geschoben wurde. Dann habe der Lkw noch drei weitere Laster gegeneinander gedrückt, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Unfallfahrer habe in dem brennenden Führerhaus schwerste Brandverletzungen erlitten und sei in die Lübecker Uniklinik gekommen. Ein Lkw-Insasse erlitt eine Knieverletzung, ein weiterer Lkw-Fahrer einen Schock. Die 21-jährige Lübeckerin in dem Kleinwagen wurde den Angaben zufolge schwer verletzt. Weil sich der Unfall unter einer Eisenbahnbrücke ereignete, musste der Bahnverkehr kurzzeitig unterbrochen werden. Während der Lösch- und Rettungsarbeiten war die A226 gesperrt.

Itzehoe

Überfrierende Nässe war die Ursache von fünf gemeldeten Unfällen auf der A23 zwischen Itzehoe und Schenefeld. Zeitweilig musste die Autobahn in beiden Richtungen voll gesperrt werden, teilte die Polizei in Bad Segeberg mit. Weitere Angaben gab es nicht.

Ratzeburg

Auf der A1 und der A21 rund um Bad Oldesloe kam es bei Hagelschauern und extremer Glätte zu zwei Unfällen. Zwischen Bad Oldesloe-Nord und Leezen prallten zwei Autos ineinander. Ein Insasse wurde nach Polizeiangaben leicht verletzt. Zwei Verletzte gab es beim Zusammenstoß zweier Autos auf der A1 zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld. Die Autobahnen mussten vorübergehend halbseitig beziehungsweise voll gesperrt werden. Kilometerlange Staus und zähfließender Verkehr waren ebenfalls die Folgen.

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