Marschbahn : Weiterhin Zugausfälle und Verspätungen auf Bahnstrecke nach Sylt

Auf der Marschbahn kommt es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen. Bis zum 10. Juni können Pendler deshalb einen Antrag auf Sonderentschädigung stellen. Viele haben dies bereits gemacht.

Bei der Marschbahn kommt es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen. Bis zum 10. Juni können Pendler deshalb einen Antrag auf Sonderentschädigung stellen. Viele haben dies bereits gemacht.

Auch in der kommenden Woche soll es noch zu Störungen im Bahnverkehr kommen. Der Grund sind Gleisschäden.

shz.de von
27. Mai 2018, 14:47 Uhr

Hamburg/Westerland | Zugausfälle und Verspätungen haben ausgerechnet am sommerlichen Wochenende den Bahnverkehr von und nach Sylt behindert. Wegen des Ferienendes in Nordrhein-Westfalen kam es vor allem im Rückreiseverkehr zu längeren Wartezeiten in Westerland. Bei Messungen auf der Strecke war nach Angaben der Deutschen Bahn festgestellt worden, dass mehrere Schienenteile zwischen Bredstedt auf dem Festland und Morsum auf Sylt beschädigt sind. Die Züge dürfen deshalb an diesen Stellen höchstens Tempo 20 fahren. Zur Ursache der Schäden konnte ein Bahnsprecher keine Angaben machen.

In der Nacht zum Sonntag begann die Bahn mit dem Einsatz einer Schienenschleifmaschine. Die meisten schadhaften Stellen zwischen der Insel und Niebüll seien dabei beseitigt worden, sagte der Sprecher. Die Arbeiten auf diesem Abschnitt sollten in der Nacht zum Montag abgeschlossen werden. Dann werde man die übrigen schadhaften Stellen südlich von Niebüll angehen. Eine Prognose zur Dauer der Reparaturen konnte der Sprecher nicht abgeben. Am Montag sollen 14 Regionalexpresszüge ausfallen, sieben in jede Richtung. Normalerweise verkehren rund 30 Personenzüge pro Tag und Richtung.

Am Samstag hatten Urlauber vor der Autoverladung in Westerland bis zu vier Stunden warten müssen. Die Deutsche Bahn hatte erst am Vorabend mitgeteilt, dass es wegen der Schäden an den Gleisen zu Behinderungen im Zugverkehr komme. An sommerlichen Wochenenden wie dem vergangenen lockt Sylt auch zahlreiche Tagesausflügler an.

Die beiden Autozug-Betreiber Deutsche Bahn und RCD kooperierten am Wochenende. So wurden die Kunden der privaten RCD vom Sylt-Shuttle der DB transportiert. Hintergrund sei die größere Kapazität des doppelstöckigen Sylt-Shuttles, erklärte eine RCD-Sprecherin. Weil die Bahnstrecke teilweise eingleisig ist, können normalerweise nur vier Züge pro Stunde und Richtung den Hindenburgdamm passieren.

Sylt ist sonst nur per Fähre vom dänischen Rømø oder per Flugzeug zu erreichen. Die Syltfähre war am Samstag komplett ausgebucht, wie eine Sprecherin sagte. Angesichts der Lage pendelte das Schiff am Wochenende häufiger zwischen List auf Sylt und Havneby auf Rømø. Die Fähre kann bis zu 90 Autos mitnehmen, etwa halb so viele wie ein Sylt-Shuttle der Bahn.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte bereits am Freitag mit Verärgerung auf die neuen Probleme bei der Bahn reagiert. Sein Sprecher erinnerte daran, dass die Bahn seit Monaten nicht die vertraglich festgelegte Leistung liefere. Der Minister erwäge daher, „wenn es sich nicht bessern sollte, gegebenenfalls die Vertragsstrafe, die im Moment 350.000 Euro monatlich beträgt, auch zu erhöhen“.

Nach Angaben von Buchholz haben Pendler bereits 2300 Anträge auf Sonderentschädigung gestellt. Dies entspreche einer Summe von rund 102.000 Euro. Bis zum 10. Juni können Menschen, die regelmäßig auf der Teilstrecke zwischen Itzehoe und Westerland unterwegs sind, online eine Entschädigung beantragen. Monatskarteninhaber erhalten in der zweiten Klasse 50 Euro und in der ersten Klasse 75 Euro.

Das Geld stammt aus dem Sondermalus genannten Zahlungsabzug, den das Verkehrsministerium im Februar gegenüber der DB Regio verhängt hatte. Es hatte 250.000 Euro einbehalten. Das Geld soll nach Angaben des Ministers an diejenigen ausgezahlt werden, die unter den Problemen auf der Strecke am meisten gelitten haben und leiden. Dies hatte die Deutsche Bahn akzeptiert.

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