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Wildwechsel in SH : Was die Zeitumstellung mit Wildunfällen zu tun hat

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1126 Wildunfälle gab es auf Schleswig-Holsteins Straßen allein im September. Ab kommender Woche ist die Gefahr noch größer.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 13:54 Uhr

Flintbek/Kiel | Mit dem Ende der Sommerzeit und der Zeitumstellung der Uhren erhöht sich die Gefahr von Wildunfällen. Wenn die Uhr in der Nacht zum Sonntag um eine Stunde zurück gestellt wird, fallen der morgendliche Berufsverkehr und die Dämmerung für mehrere Wochen zusammen, warnte Marcus Börner vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV). Wildschweine, Rehe und Hirsche folgen jedoch weiterhin ihrem natürlichen Bio-Rhythmus. Sie sind vor allem in den Morgen- und Abendstunden aktiv.

„In der Dämmerungsphase wechselt das Wild von den Nahrungsflächen in die Rückzugsgebiete“, sagte der LJV-Sprecher. Unfallschwerpunkte seien Landstraßen mit Wäldern auf der einen Seite und Feldern auf der anderen, aber auch Straßen, die durch Wälder führen. Das Landespolizeiamt rät, das Licht abzublenden, kontrolliert zu bremsen und gegebenenfalls zu hupen, wenn Wild auf der Straße steht.

Die Polizei hat auf Schleswig-Holsteins Straßen in den vergangenen Wochen zahlreiche Wildunfälle registriert. Allein im September gab es 1126 entsprechende Unfälle. Im Oktober zeichne sich eine deutliche Steigerung ab, sagte ein Sprecher des Landespolizeiamts am Freitag.

In den Jahren 2015 und 2016 hatte es insgesamt jeweils rund 15.000 polizeilich registrierte Wildunfälle im Land gegeben. Bis Ende September waren bereits mehr als 11.000 Fälle erfasst.

In dem 2010 gestarteten „Totfundkataster“ werden die Wildunfälle im Land mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung untersucht. Die Daten zum jahreszeitlichen Verlauf von Wildunfällen seien im Jagd- und Artenschutzbericht 2012 eindrucksvoll dargestellt, sagte Börner. Diagramme zeigen dort an Beispielen die Unfallhäufungen im Oktober und November - bei Damwild entspricht das einer Verdoppelung im Vergleich zu den übrigen Monaten.

Laut einer vom ADAC begleiteten Studie prallt in Deutschland alle zweieinhalb Minuten ein Auto mit einem großen Wildtier zusammen. Bis zu 27 Tote Menschen, knapp 600 Schwerverletzte und Sachschäden von rund 490 Millionen Euro sind die jährliche Bilanz der Wildunfälle. Dazu kommen noch 200.000 tote Rehe, Hirsche, Damwild und Wildschweine sowie eine nicht erfasste Zahl kleinerer Tiere wie Hase, Fuchs und Igel. Der Deutsche Jagdverband schätzt die Zahl an Wildtieren, die jährlich im Straßenverkehr getötet werden, auf etwa eine Million.

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