Autobahngebühren für Ausländer : Vorbereitungen laufen: Dänemark will die Dobrindt-Maut

<p>Bislang gibt es in Dänemark nur Nutzungsgebühren für die zwei großen Brücken über den Storebelt (Foto) und den Öresund. Auch die geplante Fehmarnbeltquerung wird in Zukunft gebührenpflichtig sein.</p>

Bislang gibt es in Dänemark nur Nutzungsgebühren für die zwei großen Brücken über den Storebelt (Foto) und den Öresund. Auch die geplante Fehmarnbeltquerung wird in Zukunft gebührenpflichtig sein.

Dänemark steht Deutschland bei der Klage aus Österreich zur Seite: Denn die Regierung Løkke entwickelt selbst eine Maut.

shz.de von
30. Januar 2018, 16:10 Uhr

Im September 2017 hat das dänische Finanzministerium die Einführung einer Maut auf dänischen Straßen angekündigt. Die Regierungsparteien und die Dänische Volkspartei (DF) hatten dann aber unterstrichen, dass die dänischen Autofahrer finanziell nicht unter der Straßenbenutzungsgebühr leiden sollten. Diese solle sich ausdrücklich an ähnlichen Plänen in Deutschland und Gebühren in anderen europäischen Ländern orientieren.

In einem Papier für den Finanzausschuss des Folketings wird jetzt klar, dass die dänische Autobahnmaut und Straßenbenutzungsgebühr bereits konkrete Formen annimmt. Hintergrund ist eine Initiative der Regierung in Kopenhagen, sich im Streit der deutschen Bundesregierung gegen Österreich über die Rechtmäßigkeit der deutschen Autobahnmaut, von der deutsche Autofahrer durch finanzielle Erleichterungen bei der Kraftfahrzeugsteuer entlastet werden sollen, auf die Seite Berlins zu schlagen.

Dänemark werde auf EU-Ebene zugunsten Deutschlands intervenieren, heißt es in dem Papier des dänischen Finanzministeriums. Immerhin hat Österreich Klage vor dem EU-Gerichtshof in Luxemburg gegen den Nachbarstaat eingereicht. Die eigenen Mautpläne seien Grund für diesen Kurs, sagte die steuerpolitische Sprecherin der Venstre-Folketingsfraktion, Louise Schack Elholm.

„Dänemark hat selbstverständlich ein Interesse, dass solche Abgaben erlaubt werden“, so die Venstre-Politikerin. Zu dem Argument Österreichs, die deutsche Autobahnmaut würde andere EU-Bürger gegenüber deutschen Autofahrern diskriminieren, meinte Schack Elholm, dass die dänische Regierung nicht daran interessiert sein könne, dass das EU-Gericht einer nationalen Straßenabgabe Steine in den Weg legt, selbst wenn zugleich inländische Gebühren gesenkt werden.

Sie erinnert daran, dass Österreich immerhin auch eine Form der Straßenbenutzungsgebühr nutzt. Es gebe in Europa verschiedene Mautvariationen, aber letztlich gehe es immer um das gleiche Thema. Erinnert wird daran, dass es in Deutschland keineswegs eine Eins-zu-eins-Kompensation der Inlandsautofahrer geben werde, sondern ein System, das die Maut entsprechend der Umweltbelastung der Autos festlegt. Das strebe man auch in Dänemark an.

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