Verkehrskontrollen zur Gurtpflicht in SH : Viele Autofahrer sind Gurtmuffel – und sichern ihre Kinder nicht

Im Rahmen des Tispol-Programms (Traffic Information System Police) stehe derzeit die Insassensicherung bei den Kontrollen im Fokus, berichtete die Polizei.
Die Insassensicherung stand bei den Kontrollen im Fokus.

32.000 Fahrzeuge kontrollierten Beamte im Land. Fast 2900 fuhren ohne Gurt – auch 81 Kinder waren nicht gesichert.

shz.de von
21. März 2017, 14:29 Uhr

Kiel | Bei landesweiten Verkehrskontrollen der Polizei sind den Beamten am Mittwoch vergangener Woche zahlreiche Gurtmuffel ins Netz gegangen. Wie die Landespolizei am Dienstag mitteilte, lag der Schwerpunkt bei der Überwachung der Gurtpflicht und der ordnungsgemäßen Sicherung von Kindern im Straßenverkehr. In allen Polizeidirektionen des Landes erfolgten vermehrte Kontrollen. Nun liegt die Bilanz vor:

  • Rund 32.000 Fahrzeuge wurden kontrolliert.
  • Dabei wurden insgesamt 2898 Gurtverstöße festgestellt.
  • Darunter waren auch 81 Kinder, die gar nicht oder nicht ausreichend gesichert waren.
  • Rund 800 Handyverstöße wurden geahndet.
  • 22 Autofahrer standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Sie wurden aus dem Verkehr gezogen.
  • 16 Autofahrer fuhren ohne Führerschein.
  • Hinzu kommen über 300 weitere Ordnungswidrigkeiten wie etwa Fahrzeugmängel oder fehlende Papiere.

„Schon die Zwischenbilanz des Großkontrolltages am 15. März fiel mit 1148 Gurtverstößen schlecht aus. Das Wochenergebnis bestätigte diesen Eindruck leider überdeutlich“, sagte Axel Behrends, der im Landespolizeiamt für die Verkehrssicherheitsarbeit verantwortlich ist. „Der Sicherheitsgurt verhindert keine Unfälle, aber er ist der beste Lebensretter, den wir im Fahrzeug haben.“

Im vergangenen Jahr hatte die Landespolizei bereits über 21.000 Gurtverstöße festgestellt. Jeder fünfte bei einem Verkehrsunfall getötete Fahrzeuginsasse war nicht angeschnallt. Die Polizei warnt deshalb, dass die Gefahr schwerer oder tödlicher Verletzungen, selbst bei vergleichsweise niedrigen Fahrgeschwindigkeiten, extrem ansteige, wenn der Sicherheitsgurt nicht angelegt sei. „Front-, Seiten- oder Kopfairbags können einen Sicherheitsgurt nicht ersetzen“, sagt Behrends. Das Gegenteil sei der Fall. Nur im Zusammenspiel mit dem Anschnaller würden sie ihre zusätzliche Schutzwirkung entfalten.

Eine erneute Überwachungsaktion mit dem Schwerpunkt „Sicherheitsgurt“ soll es im September geben.

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